Speyer
So werden Schnelltests an Krankenhäusern und Seniorenheimen eingesetzt
Die Fallzahlen
Dem Landesuntersuchungsamt wurden am Montag für Speyer 30 Coronavirus-Neuinfektionen und zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gemeldet. Der Inzidenzwert für sieben Tage sank von 513 auf 415,3, weil der Montag voriger Woche mit 88 Fällen „herausfiel“.
Die Krankenhäuser
Im von einem Corona-Ausbruch betroffenen St.-Vincentius-Krankenhaus ist die Personallage laut Verwaltungsdirektor Bernhard Fischer angespannt. Zwar verzeichne das Haus nur wenige neue Ausfälle und Mitarbeiter kehrten nach und nach wieder in den Dienst zurück, doch könnten weiterhin nicht alle Stationen betrieben werden.
Kehren Mitarbeiter aus der Quarantäne zurück, werden sie laut Fischer unmittelbar vor Dienstwiederaufnahme per Schnelltest auf eine Corona-Infektion getestet. Mitarbeiter, die regelmäßig Kontakt zu Covid-19-Patienten hatten, werden einmal pro Woche überprüft. Exaktere PCR-Tests werden zudem bei allen Beschäftigten mit Symptomen angeordnet. Es werden 23 Corona-Patienten auf den Normalstationen, fünf auf der Intensivstation behandelt, drei davon werden beatmet.
Im Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus werden Mitarbeitende auf der Intensivstation laut Sprecherin Susanne Liebold „ab sofort“ zweimal pro Woche getestet. Die anderen Beschäftigten würden bei entsprechenden Risikokonstellationen und Symptomen getestet. Es seien „einige wenige“ Mitarbeiter an Corona erkrankt. „Eine deutlich größere Zahl befindet sich in Quarantäne oder darf wegen Mutterschutz zurzeit nicht eingesetzt werden.“ Das „Diak“ versorgt 45 bestätigte Corona-Fälle stationär, 13 davon auf Intensivstation, elf davon beatmet.
Die Seniorenheime
Das Awo-Seniorenhaus Burgfeld vermeldet die Todesfälle 13 bis 15 von zuvor an Corona infizierten Bewohnern. Leiter Christian Rahner hofft, das nun das Schlimmste überstanden ist, alle anderen seien stabil. Die Einrichtung ist bis 27. Dezember geschlossen. Im Salier-Stift ist das Corona-bedingte Besuchsverbot laut Geschäftsführer Ulrich Heberger (WBG Pflegeheime) aufgehoben. In einem Wohnbereich seien noch acht Bewohner infiziert. Drei Positiv-Fälle in anderen Wohnbereichen seien seit vorigem Dienstag dazugekommen. Heberger: „Insgesamt entspannt sich die Lage.“
Die Stadt
Die Stadt will den Pflegeheimen helfen, denen sie Schnelltests für alle Besucher auferlegt hat. Zehn bis 15 städtische Mitarbeiter übernehmen die Tests bei Besuchern, die vom Heim einen „Besucherschein“ erhalten haben, am 24., 25. und 26. Dezember, von 9.30 bis 13 Uhr, in der Stadthalle. Das Personal wird laut Pressesprecherin Annika Siebert am Dienstag geschult.
Die Heime hatten zum Teil informiert, es fehlten ihnen die Ressourcen, um die Besucher selbst zu testen. Nach den Feiertagen überlässt ihnen die Stadt diese Aufgabe wieder, will aber weiter unterstützen.
Er sei „sehr dankbar“ für die Hilfe der Stadt, so Salier-Stift-Chef Heberger. Für spätere Tests sei externes Personal engagiert worden. Bei der Awo testen ab 28. Dezember Mitarbeiter die Besucher, so Leiter Rahner. „Wenn es dann noch Hilfe der Stadt geben sollte, nehmen wir die natürlich gerne an.“ In den stationären Einrichtungen der Diakonissen sind für die erweiterte Test-Pflicht noch „räumliche und organisatorische Voraussetzungen zu schaffen“, erklärt eine Sprecherin. Personal müsse dafür neu verteilt werden.