Speyer „Sehr konservativ gerechnet“

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Ihre Planungen für den Bahnhaltepunkt Speyer-Süd haben gestern in einem Pressegespräch im Rathaus die Deutsche Bahn und der Verkehrsverbund Rhein-Neckar erläutert. Dabei wurde der Januar 2021 als möglicher Beginn achtmonatiger Bauarbeiten genannt. Auch die kürzlich fertiggestellte Potenzialanalyse, die pro (Arbeits-)Tag 1700 Ein- und Aussteiger an der zwischen Hirsch- und Hasenstraße geplanten Station nennt (wir berichteten), wurde vorgestellt. Oberbürgermeister Hansjörg Eger (CDU) nannte den Termin einer wichtigen Vorentscheidung über das Projekt: die Ratssitzung am 11. Mai.

An den Bauplänen habe sich nichts geändert, seit diese 2015 vorgestellt worden seien, so Sven Schäfer, Projektleiter der DB Station & Service AG. Auch die bekannte Kostenschätzung von 5,1 Millionen Euro – 3,75 Millionen Bau-, 1,35 Millionen Planungskosten – gelte noch. Weitergegangen ist allerdings das Genehmigungsverfahren: Noch bis 19. April können die Pläne im Rathaus eingesehen werden, 14 Tage länger können beim Landesbetrieb Mobilität Einwände geltend gemacht werden. Danach werde das Verfahren weiterbetrieben, so Schäfer. Er hoffe noch auf einen Baubeginn vor 2021. Ein großes Aber steht vor der Abwägung aller möglichen Bürger-Einwände gegen das Projekt: Wenn die Stadt eine ablehnende Stellungnahme dazu abgäbe und ihren 15-Prozent-Anteil nicht zahlte, würde auf das zusätzliche Nahverkehrsangebot verzichtet: „Der Maßnahmenträger hätte kein Interesse mehr an dem Projekt, wenn der Stadtrat sagen würde: ,Bleibt fort’“, so Eger. DB-Vertreter Schäfer nickte eifrig. Nun gehe um den Entwurf der Stellungnahme bis zur Bauausschusssitzung am 25. April. Er werde diese mit der Beigeordneten Stefanie Seiler (SPD) und den Fachbereichen im Rathaus absprechen und dann die Räte darüber abstimmen lassen, so Eger. Die SPD lehnt das Projekt ab; Seiler fiel beim Pressetermin gestern mit kritischen Fragen an die Planer auf. Am 25. April soll auch die Potenzialanalyse beraten werden. Christian Wühl vom Verkehrsverbund nannte Eckdaten: Die 1700 Fahrgäste, je zur Hälfte Ein- und Aussteiger, setzten sich aus 600 potenziellen neuen S-Bahn-Kunden und 1100 „alten“ zusammen, die heute den Hauptbahnhof nutzten. Für diesen blieben im Fall des Neubaus 5200 Ein- und Aussteiger. Einbezogen werde ein Anteil auswärtiger Schüler, ansonsten gehe es um Bewohner eines 1000-Meter-Radius’ um die Station vor allem in Speyer-Südwest. Leute aus dem Vogelgesang und Neuland könnten hinzukommen, seien aber nicht einkalkuliert. Wühl: „Wir haben sehr konservativ gerechnet, um auf der sicheren Seite zu sein.“ Ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis wäre ab 250 Nutzern pro Tag erreicht. Eger mit Bezug auf Römerberg: „Bei dem Bau fielen keine Schulbusse weg.“ Michael Ratzlaff, anwesender Vertreter der Bürgerinitiative gegen den Haltepunkt, bezweifelte, dass die 13 Parkplätze am Haltepunkt ausreichten. Die Annahme der Stadt, es kämen nur Radler und Fußgänger, sei „sehr naiv“. Schon heute sei die Parksituation im Kämmerergebiet problematisch, ein „Kollaps“ drohe.

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