Speyer Sechs Stühle, ähnliche Meinungen
Zum Aufwärmen gab es zwei Fragen, die den Kandidaten schon bekannt waren. Wie halten sie es mit dem Polder und dem Hochwasserschutz? Gegen den Polder sind sie alle. Stefan Bentz (CDU) und Thomas Hauser (parteilos) dringen auf eine baldige Lösung bei der Deicherhöhung in Otterstadt. Wunsch nach mehr Bussen Das Thema Verkehr beschäftigte – unter anderem angesichts des Ludwigshafener Hochstraßenabrisses – das Publikum, aus dessen Reihen etliche Fragen dazu kamen. Auf das Stichwort Bürgerbus springen fast alle auf. Steffen Weber (parteilos) möchte, dass der VRN Busse von Sammelplätzen direkt nach Ludwigshafen fahren lässt und Shuttlebusse zwischen den Ortschaften einsetzt. Tobias Hook (parteilos) möchte auch die Anbindung nach Mannheim durch Aufstocken der Busse über die Fähre verbessern. Thomas Heinz (parteilos) ist realistisch: Wenn eine Buslinie Atrip-Waldsee realisierbar wäre, gäbe es sie schon. „Die Bürger müssen den ÖPNV auch nutzen und signalisieren, dass er nötig ist“. Thomas Hauser (parteilos) setzt auf Fahrgemeinschaften und E-Bikes. Patrick Fassott (SPD), in dessen Zuständigkeit bei der Verwaltung die Fähre Altrip-Mannheim fällt, berichtet, dass die neue Fähre, die angeschafft werden soll, mehr Platz für Radfahrer und Fußgänger bietet ein Transport großer Busse aber aus technischen Gründen auch dann nicht möglich sei. Er führt eine vom VRN geplante Expresslinie von Rheingönheim nach Mannheim an und erklärt, dass Park- sowie Bike-and-Ride-Parkplätze geschaffen werden könnten. Letzteres ist auch für Stefan Benz (CDU) ein guter Ansatz. Radfahren sei eine Alternative, doch die Radler müssten auch sicher am Ziel ankommen. Eine dritte Rheinquerung – eine Frage aus dem Publikum – lehnen bis auf Bentz alle kategorisch ab. E-Autos und LED-Leuchten Bei der Frage, wie die Kandidaten als Bürgermeister Energie zu sparen gedenken, empfahlen Heinz und Weber, dass jeder bei sich selbst anfangen möge. Hook spielte sein Wissen als Energieberater aus und sprach von Fotovoltaikanlagen und Fassadenoptimierung an öffentlichen Gebäuden. Hauser empfahl nach seinem Vorbild, die Heizung herunter zu drehen. Die Fahrzeugflotte solle nach und nach auf E-Autos umgerüstet werden, es bestehe aber kein Grund, funktionierende Autos auf einen Schlag auszuwechseln. Fassott sprach von der sukzessiven Umrüstung auf LED in den Straßen. Auf E-Autos möchte er umsteigen, wenn die Leasing-Verträge ausgelaufen sind und die Fahrzeuge dann über eine Fotovoltaikanlage vom Rathausdach laden. Bentz forderte, die Bürger zu beraten. Ein 20-jähriger Student wollte wissen, wie die Attraktivität der Verbandsgemeinde für Menschen seiner Altersgruppe erhöht werden könne. Hook würde sich da für schnelles Internet und gute Verkehrsanbindung einsetzen. Fassott sprach sich für ein attraktives Fest aus. In diesem Zusammenhang sei ihm oft der Otterrock, den es leider nicht mehr gebe, als gelungenes Beispiel genannt worden. Auf die provokante Frage, ob die Kandidaten aus der Verwaltung nicht die Möglichkeit gehabt hätten, die nun propagierte Optimierung der Bürgerbüros, schon umzusetzen, antwortete Hauser, dass er nicht die Möglichkeit gehabt hätte, das zu entscheiden. Fassott entgegnete, dass er schon in der Vergangenheit seine Termine so gewählt habe, dass es den Rathausbesuchern passe. Auf Flüchtlinge besser vorbereitet Bei der Frage, wie man einer neuen Flüchtlingswelle gewachsen sei, erklärte Hook die Infrastruktur sei nun schon da. So etwas sei nicht planbar, sagte Fassott. Er könne sich vorstellen, aber schon prophylaktisch mit Wohnungs- und Grundstücksbesitzern zu sprechen. Bentz betonte, er sei selbst 2015 in einer Notunterkunft im Einsatz gewesen. Das nächste Mal sei man ganz anders aufgestellt.