Speyer Sechs Flammen im Dauereinsatz

Hatten am Sonntag beim ersten Spargelessen in der Festhalle in diesem Jahr alle Hände voll zu tun: die Helfer in der Küche.
Hatten am Sonntag beim ersten Spargelessen in der Festhalle in diesem Jahr alle Hände voll zu tun: die Helfer in der Küche.

Mit 180 Kilogramm geschältem und zubereiteten Spargel haben neun Dudenhofener Vereine am Sonntag die Saison 2018 eröffnet. Nach Einschätzung von Organisator Emil Münzer sind rund 350 Liebhaber des kostbaren Gemüses zur Spargel-Premiere in die Festhalle gekommen.

24 Frauen hätten geschält und geschält und geschält, weist Münzer auf aufwendige Vorbereitungen hin. Er organisiert das gemeinsame sonntägliche Spargelessen seit seiner Einführung 1975. Ehefrau Cäcilia steht genau so lange in der Spargelzeit Sonntag für Sonntag in der Küche. In diesem Jahr kann die „Chefköchin“ auf die tatkräftige Unterstützung einer leidenschaftlichen Koch-Helferin bauen. „Sonst könnte meine Frau sechs Wochen nichts anderes tun als zu kochen“, ist Münzer sicher. Auch er probiert die ersten zarten Spitzen mit großem Genuss. Die Speisekarte hat es in sich: Spargel mit Schnitzel, Spargel mit Schinken, Spargel mit Omelett oder als Salat. Dazu servieren Vereinsmitglieder Weißbrot statt Kartoffeln. „Wir haben nur sechs Flammen im Herd“, erklärt Münzer. Zudem sei der Aufwand zu groß, die benötigten Mengen auch noch zu schälen und zu kochen. Die ersten Gäste hätten schon eine halbe Stunde vor Eröffnung vor der Festhalle gewartet, schildert Münzer die Sehnsucht der Pfälzer nach dem „weißen Gold“. Auch Mechtild Münch ist wieder dabei. Seit acht Jahren fährt sie in der Saison sonntags von Speyer nach Dudenhofen. „Das ist mir der Spargel wert“, betont die Vegetarierin. Ihr gegenüber schwärmt Brigitte Sauer von ihrer Dudenhofener Spargel-Premiere. „Das Essen ist fantastisch und dabei so günstig“, beschreibt sie ganz besondere Gaumenfreuden, die den Geldbeutel nicht über die Maßen strapazieren. „Ganz bestimmt komme ich schon sehr bald wieder“, ist sie überzeugt. „Für guten Spargel lohnt sich der weiteste Weg“, meint Manfred Steiner. Er ist mit Ehefrau, Tochter und Enkelin zum Essen in die Festhalle gekommen. „Sicher schmeckt es wieder so gut wie in all den Jahren zuvor“, vermutet der Speyerer. Wenig später lobt er den Spargel 2018 über den grünen Klee. Münzer erzählt von 20 Wiesbadenern, die schon früh am gedeckten Tisch gesessen hätten. „Sie wollten in seiner Hochburg selbst testen, was am vielgepriesenen Spargel dran ist“, sagt der Organisator. „Wir konnten sie überzeugen.“ Um ihn herum servieren Vereinsmitglieder im Eilschritt Teller um Teller, räumen ab, decken neu ein, bringen Getränke. „Für die Vereine sind die Spargelessen eine gute Einnahmequelle“, erklärt Münzer die Motivation seiner „Kollegen“. Mia und Jeanna haben vor einer Woche ihren ersten Geburtstag gefeiert. Heute sollen sie ihren ersten Spargel essen. Zwei Hochstühle stehen für die Zwillinge aus Haßloch bereit. „Ganz spontan“ hätten sie morgens beim Waldspaziergang ihr Sonntagsprogramm geändert“, berichtet der Vater von dem Hinweis auf das Dudenhofener Spargelessen am Baum. „Das wollten wir uns nicht entgehen lassen.“ Die Skepsis einiger Umstehender, ob sich die kleinen Mädchen für das Gemüse erwärmen können, teilen Mia und Jeanna keineswegs. Beide verspeisen jeweils eine Stange mit großem Appetit. Auch um 13 Uhr ist in der Festhalle noch reges Kommen und Gehen. Schluss sei erst, wenn alle satt sind, betont Münzer. Offiziell schließt die Festhalle ihre Pforten um 14 Uhr. „Meistens wird es eine Stunde später“, spricht der Organisator aus Erfahrung. Das mache den Ehrenamtlichen nichts aus, betont er. Dennoch sei jeder froh, wenn noch ein Rest vom Sonntag übrig bleibe. „Der Spargel ist aber gut“, staunt Hanna Demand-Kolle. Mit Begleiter ist sie zum ersten Mal aus Ottersheim angereist. „Wir haben vom Spargelessen in Dudenhofen heute Morgen in der RHEINPFALZ gelesen und sofort entschieden: „Da fahren wir hin“, erzählt sie. Sie brauche nicht zu kochen und habe den vollen Spargel-Genuss, weist Demand-Kolle auf nicht von der Hand zu weisende Vorteile hin. „Hier waren wir in diesem Jahr nicht zum letzten Mal“, ist sie überzeugt. Gegen 14 Uhr machen sich die Ottersheimer wieder auf den Weg. „Den besten Nachtisch gibt es in der Eisdiele bei uns zu Hause“, erklärt das Paar. Den „besten Spargel der Welt“ habe es in Dudenhofen gefunden.

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