Speyer Schnauferl auf Tour durch die Pfalz
Der Oldtimer-Verein Allgemeiner Schnauferl-Club (ASC) Deutschland hat Ausfahrt. Am Freitag und Samstag veranstaltet die Landesgruppe Tradition, die für Baden-Württemberg, die Pfalz und Saar zuständig ist, das „ASC Ein- und Zwei-Zylinder-Kriterium“. 27 Oldtimerfahrer begeben sich zwei Tage lang auf eine Tour durch die Pfalz. Heute Vormittag machen sie Station in Fußgönheim.
„Die Bezeichnung Schnauferl kommt von einem Ventil, das schnaufende Geräusche von sich gegeben hat“, erklärt Renate Baier, zuständig für die Geschäftsstelle der Mannheimer Landesgruppe Tradition, den Namen des Oldtimer-Clubs. Zum dritten Mal veranstaltet die Landesgruppe das „ASC Ein- und Zwei-Zylinder-Kriterium“. Alle zwei Jahre dürfen dabei nur Oldtimer mit einem oder zwei Zylindern mitfahren. Das älteste Automobil – ein Benz Velo – stammt diesmal aus dem Jahr 1896. Die Tour beginnt und endet an beiden Tagen in Weisenheim am Berg. Los geht es immer um 9.30 Uhr. Am Freitag fahren die Oldtimer über Fußgönheim, Bockenheim und Dirmstein, am Samstag führt die Tour durch Deidesheim, Duttweiler und Ellerstadt. Die Automobile dürfen – ganz normal – auf der Straße fahren, nur für die Autobahn sind sie nicht zugelassen. „Sie fahren aber höchstens mit Tempo 30 bis 40. Wenn es bergauf geht, sind sie noch mal deutlich langsamer“, informiert Baier. Da die Schnauferl nicht in einer Kolonne fahren dürften, müsse man für eine Strecke von 20 Kilometern etwa eine Stunde einkalkulieren. „Wir müssen uns ganz normal an alle Regeln im Straßenverkehr halten – auch an Ampeln. Bis alle am Zielort sind, kann es schon etwas dauern.“ Heute machen die 27 Oldtimer gegen 10.30 Uhr für eine Stunde Rast im Kirchgarten in Fußgönheim. Neugierige haben dort die Möglichkeit, Fragen zu stellen, kündigt Baier an. „So viele Oldtimer sieht man natürlich nicht jeden Tag auf der Straße“, weiß die Schnauferl-Dame, wie die Frauen beim ASC genannt werden. „In den Pausen kommen oft Leute zu uns, die Fragen zu den Oldtimern haben. Die beantworten wir immer gerne.“ Die einzige Frage, die die Fahrer allerdings nicht so gerne hören, sei die nach den Kosten. Der heutige Wert eines solchen Gefährts lasse sich nur schwer schätzen: „Das kann man schlecht sagen, aber eine sechsstellige Summe ist es sicherlich. Die meisten Oldtimer sind in Familienbesitz und werden dann immer weiter vererbt.“ Kaufen könne man sie in der Regel nicht. Beier selbst fährt am Wochenende auch mit – allerdings nicht in einem Schnauferl. „Bei dieser Fahrt sind nur Ein- und Zwei-Zylinder zugelassen. Normalerweise fahre ich einen Morris aus dem Jahr 1920. Der hat aber vier Zylinder, also darf er diesmal nicht mit.“ Sie werde die Kollegen mit einem ganz normalen, sportlichen Auto begleiten.