Speyer
Schipka-Pass: Statiker prüft Sanierungs-Optionen
Mit orangefarbenen Tragegurten und grünen Traversen wurde die Fußgängerbrücke aus dem Jahr 1890, die am Speyerer Güterbahnhof die Burgstraße mit der Bahnhofstraße verbindet, Anfang März demontiert. Für die fast 15 Tonnen schweren Einzelteile ging es anschließend in die Heinkelstraße, wo sie in einer stationären, staubdichten Einhausung von Fachleuten instandgesetzt werden sollten. Die Rampen mit ihren Geländern sollten direkt vor Ort erneuert werden. Das war zum Zeitpunkt des Brücken-Abbaus noch der Plan.
Schnell stellte sich jedoch heraus, dass aus den „zwei, drei Wochen“, in denen die Sanierung hätte beginnen sollen, mehr werden würde. „Es sind Schäden sichtbar geworden, die sich vor der Demontage der Brücke nicht erkennen ließen, sondern erst, als die Brücke in Teilen lag“, teilte die Stadt Ende März nach einem Begutachtungstermin mit. Und: Die Bestandsaufnahme der Schäden werde bis 2022 dauern. Erst dann sei absehbar, ob die aus Denkmalschutzgründen erwünschte Sanierung statisch und finanziell machbar sei. Zuletzt instandgesetzt wurde das „Viadukt“ im Jahr 2003, als die Bahngleise 1 und 2 elektrifiziert wurden.
Ergebnisse im Sommer
Laut Stadt-Sprecherin Lisa Eschenbach arbeitet ein Statiker aktuell daran, die Instandsetzungsmöglichkeiten an den statisch relevanten Bauteilen zu prüfen. Sie sollen anschließend von einem Prüfingenieur kontrolliert werden. „Anschließend werden die Ergebnisse mit der Denkmalpflege besprochen und das Instandsetzungskonzept mit Kosten belegt“, so Eschenbach. „Danach müssen Instandsetzungskonzept und Kostenschätzung mit dem Fördermittelgeber besprochen werden.“ Zum Schluss entscheide der Speyerer Stadtrat über das weitere Vorgehen. „Aufgrund der umfangreichen Maßnahmen, die vorab durchgeführt werden müssen, wird das aber voraussichtlich erst nächstes Jahr im Sommer möglich sein“, so die Stadt-Sprecherin.
RHEINPFALZ-Kommentar von Anne Lenhardt: „Für Speyer ein Ärgernis“
Für viele Speyerer ist die lange Zeitspanne bei der Sanierung des „Viadukts“ ein Ärgernis. Das lässt sich aber nicht ändern.
Voraussichtlich erst im nächsten Jahr ist klar, wie und ob überhaupt die Fußgängerbrücke am Güterbahnhof saniert werden kann. Das war nicht nur für die Stadt, in deren Zuständigkeit die Aufgabe fällt, eine Hiobsbotschaft. Sie hätte sicher gerne darauf verzichtet. Das gilt auch für viele Anwohner und Pendler, die die Strecke über das „Viadukt“ normalerweise regelmäßig nutzen. Zwar gibt es über die Bahnbrücke in der Oberen Langgasse und die „Schneckennudel“ Alternativen. Zu hoffen bleibt für alle Beteiligten, dass die Sanierung schnell und finanziell erträglich über die Bühne gehen kann.