Hockey
Schiedsrichter Daniel Neideck hat 529 Partien geleitet
„Meine Motivation am Sport, insbesondere am Pfeifen als Schiedsrichter, ist ungebrochen“. Mit diesen Worten beantwortet der Speyerer Daniel B. Neideck die Frage, ob und wann er nach einer langen Verletzungspause wieder Hockeyspiele der Ersten und Zweiten Bundesligen der Herren und Damen leiten wird.
Wo der 53-Jährige in den am Freitag, 25. November, beginnenden Hallenrunden eingesetzt werden wird, ist noch nicht festgelegt. Der Beamte der Bundespolizei ist einer der 116 Bundesliga-Schiedsrichter des Deutschen Hockey-Bundes. 529 Spiele der ersten und zweiten Spielklasse der Herren und Damen hat der ehemalige Vorsitzende seines Stammvereins HC Blau-Weiß Speyer seit 1999 hinter sich gebracht. Zusammen mit einem anderen Kollegen leitete er 305 Begegnungen der Ersten Herren- und 201 der Zweiten Herren-Bundesliga sowie 20 Spiele der Ersten Damen- und drei der Zweiten Damen-Bundesliga.
Mit Spiel intensiv beschäftigen
Sehr aufschlussreich ist, was Neideck über seine Freizeitbeschäftigung erfahren musste. Zitat: „Als Schiedsrichter ist man dem Sport sehr nah, weil man sich mit dem Spiel intensiv auseinandersetzen muss. Man muss das Spiel der Mannschaften verstehen, Spielzüge im Ansatz und der Entstehung erkennen.“ Dadurch erreiche ein Schiedsrichter ein besseres Stellungsspiel und könne bevorstehende Entscheidungen erahnen.
Genauso verhalte es sich mit den Spielern. „Mit der Erfahrung aus vielen Spielen kenne ich viele Spieler und weiß um deren technische Fähigkeiten. Insofern kann ich häufig erkennen, mit welchen Tricks die Spieler agieren und wie sie mit Entscheidungen der Schiedsrichter umgehen“, erläutert Neideck. Im umgekehrten Fall „kennen die Spieler mich und wissen, wie ich ticke“. Ein gegenseitiges Kennen biete so eine gewisse Sicherheit auf beiden Seiten. Die Erfahrung vieler Spielen führe bei den Mannschaften ebenfalls zu einem gewissen Wissensstand, sodass Neideck seine Entscheidungen nicht jedes Mal „erkaufen“ müsse. Die Spieler akzeptierten diese.
Am Wochenende auf dem Spielfeld
Nicht minder aufschlussreich sind die weiteren Erfahrungen des Schiedsrichter-Routiniers. „Nicht alles ist schön“, stellt er fest. Schon häufig hätte er gerne die Pfeife an den Nagel gehängt, gerade dann, wenn das Spiel nicht gut laufe, Spieler und Zuschauer kein gutes Haar fänden, permanent kritisierten und sich hässlich verhielten. „Da braucht man ein dickes Fell, das man aber nicht immer hat. Gerade im Hinblick darauf, dass Schiedsrichter wie ich die Wochenenden opfern und motiviert auf das Spielfeld gehen“, weiß der Unparteiische.
Es sei zuweilen echt nervig, wenn die Spieler und die Zuschauer „dies nicht anerkennen“. Zumal keine Reichtümer über den Tresen gereicht würden. 110 Euro gebe es für ein Spiel in der Ersten Bundesliga. „Fahrtkosten und Übernachtung werden übernommen“, erklärt Neideck.