Handball
Sanierung der Osthalle: TSV Speyer sorgt sich um seine Zukunft
Die wachsende Handballabteilung des TSV Speyer fürchtet mehr denn je um ihre Zukunft. Zur ohnehin prekären Trainingssituation gesellt sich nun die Sorge um die anstehende Sanierung der Osthalle. In einem offenen Brief wendet sich die Führung nun an die Verwaltung und die im Stadtrat vertretenen Fraktionen.
„Insgesamt muss man selbst mit optimistischem Blick davon ausgehen, dass eine langfristige Sperrung der Sporthalle Ost ohne Ausweichoption, letztlich das Aus für den Handball in Speyer bedeuten würde“, schreibt Abteilungsleiter Tim Seitz: „Der Sanierungsumfang scheint vergleichbar mit dem der Garnerbhalle in Dudenhofen.“ Er befürchtet eine Umbauzeit und damit Hallensperrung von zweieinhalb Jahren.
Kabs verständnisvoll
„Ich kann die Handballer absolut verstehen“, sagte Bürgermeisterin Monika Kabs auf Anfrage unserer Zeitung: „Sie machen erfolgreiche Arbeit.“ Kabs hofft, dass der Austausch des Bodens in der Osthalle in den Sommerferien über die Bühne gehe: „Er ist in keinem guten Zustand. Sie muss jetzt saniert werden. Wir können nicht länger warten. Eine unbekannte Größe ist aber, ob der Untergrund eine Überraschung bereithält. Es ist eine Schulsporthalle, und wir müssen den Schulsport ermöglichen.“ Es hänge von der Projektleitung, den beteiligten Firmen und etwaigen Materialengpässen ab: „Da kann es dann eine Duplizität der Ereignisse geben.“
Die Ballwerfer bitten darum, die negativen Auswirkungen vielleicht durch Bildung einzelner Bauabschnitte möglichst gering zu halten. Weitere Maßnahmen wie der Brandschutz an der Theke oder in anderen Räumen könnten auch im Nachgang erledigt werden, kündigte Kabs an. Verkauf von Speisen und Getränken sei, wenn es die Witterung zulasse, vielleicht außerhalb der Halle möglich.
Seitz äußert Bedenken
Seitz schwanen katastrophale Auswirkungen: „Allein für den TSV Speyer würden pro Woche 25 Stunden Trainingszeit fehlen.“ 22 Stunden kommen für den Spielbetrieb am Wochenende mit zirka 16 Mannschaften dazu. Für Handballpartien stehe nur noch die Nordhalle zur Verfügung. Kabs baut hier auf die Solidargemeinschaft im Speyerer Sport, hofft, dass sich der Stadtsportverband einbringt und möglicherweise doch freizuschaufelnde Wochenenden in der Nordhalle.
Es bestehe zwar die Möglichkeit, die Pfalzhalle Haßloch anzumieten, allerdings nur dann, wenn diese nicht durch den Trainings-/Spielbetrieb von verbandsseitigen Maßnahmen besetzt sei, so der Abteilungsleiter. Zudem sieht er enorme Summen: „Pro Stunde erhebt der Verband eine Gebühr von 42,84 Euro brutto.“
Bürgermeisterin widerspricht
Über ein Jahr geht er von Kosten in Höhe von 25.000 bis 30.000 Euro aus, „was in etwa unserem Jahresetat entspricht“. Zumindest im Kinderhandball dürfte ein Trainingsbetrieb in Haßloch zusätzlich aus Gründen der damit verbundenen Umstände nicht Frage kommen. Hier stimmt die Bürgermeisterin zu, der in Speyer ein Ausweichen der Kleinsten in andere Hallen vorschwebt.
Sie widerspricht Seitz aber in dessen Annahme, dass andere Hallen des Rhein-Pfalz-Kreises den Vereinen der kreisfreien Stadt Speyer nicht zur Verfügung stehen und pocht auf den kurzen Dienstweg und die Kontakte, auch wenn im Umland die Situation nicht besser sei: „Das ist sicher nicht die große, aber eine Übergangslösung.“
Hallenneubau
Die Handballer bitten, zu prüfen, ob ein angesprochener Neubau einer kosteneffizienten Trainingshalle vor einer Generalsanierung der Sporthalle Ost sinnvoll und umsetzbar sei. Die Abteilung vergisst auch ihre Körbe werfenden und Volleybälle schmetternden Kollegen nicht, vor allem den Schulsport.
Diesbezüglich bringt Kabs das Bantz-Stadion, die Anlagen von Fußballclub, Athletenverein und Salierschule ins Spiel. „Wir als Handballabteilung verschließen uns auch nicht vor einer Beteiligung und prüfen daher aktuell ergebnisoffen, ob wir einen und wenn ja welchen Beitrag zum Bau einer weiteren Sporthalle in Speyer leisten können“, endet das Schreiben.
