Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Salierbrücke Speyer: So erklären die Planer die Verzögerung

Aufnahme aus dem April: Der Bereich, in dem giftige Funde entfernt wurden, ist per Folie abgeschirmt. Das kostet – Zeit und Geld
Aufnahme aus dem April: Der Bereich, in dem giftige Funde entfernt wurden, ist per Folie abgeschirmt. Das kostet – Zeit und Geld. Archivfoto: tbg

Die Salierbrücke ist voraussichtlich ein Jahr länger als geplant gesperrt. Wenn dann wohl im Frühjahr 2022 der Weg über den Rhein wieder freigegeben wird, sind die Sanierungskosten statt auf elf auf mindestens 16,7 Millionen Euro geklettert. Was steckt hinter diesen Ankündigungen der Planer?

Mit Sylvia Felder hat sich am Donnerstagabend die Karlsruher Regierungspräsidentin persönlich in der Stadthalle Hockenheim den Fragen der Medienvertreter gestellt. Ihre Behörde ist im Auftrag des Bundes als Bauaufsicht für die Brückensanierung, die Teil der B39 ist, tätig. Sie habe sich „intensiv mit der von uns beauftragten Baufirma beraten, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die zu einer Verkürzung der Bauzeit führen könnten“. Allerdings: „Trotz aller Bemühungen müssen wir uns auf eine Verlängerung der Bauzeit bis Frühjahr 2022 einstellen.“

Michael Lumpp, Leiter des Baureferats Nord der Behörde, nannte drei Gründe für die Verlängerung der zunächst auf 26 Monate – bis Ende März 2021 – angelegten Bauzeit, in der die Brücke für den motorisierten Individualverkehr gesperrt ist: unvorhergesehene Schadstoff-Funde, Abweichungen der Bausubstanz zu den Bauplänen und davon bedingte Verschiebung bestimmter Arbeiten in die dafür ungünstige nass-kalte Jahreszeit – beispielsweise der Einsatz von Klebstoff, der bei höherer Luftfeuchtigkeit nicht möglich sei.

Gesundheitsschädliche Stoffe

Wie der Ingenieur sagte, ist nicht bloß der Beton der Rad- und Gehwege der Vorlandbrücke, sondern auch der Korrosionsschutz der Brückenkappen mit gesundheitsschädlichen Polychlorierten Biphenylen (PCB) belastet. An den Stahlhöckern auf dem Brückenabschnitt über dem Rhein seien zudem Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) entdeckt worden.

Das habe Planänderungen wie das Abschirmen des Baufelds mit Folien und das Abstrahlen des Korrosionsschutzes mittels Hochdruckwasserstrahlen nötig gemacht. Zu den Abweichungen des Bauwerks von den Bauplänen zählte Lumpp mangelnde Stabilität der Brückenpfeilerköpfe, die Verstärkungen erforderten, unfachmännisch eingebaute Bewehrungen im Fahrbahnbereich der Vorlandbrücke und vertikal statt horizontal durchgehende Deckbleche bei den Stahlhöckern auf.

Schwierigkeiten, Schweißer zu finden

„Wir hatten Schwierigkeiten, zusätzliche Schweißer zu finden“, informierte der Referatsleiter über weitere Probleme. Schließlich habe man vier Facharbeiter verpflichtet, unter anderem zur Entfernung der Stahlhöcker und zum Ausführen zusätzlich nötig gewordener Schweißnähte. Lumpp unterstrich, dass im ersten von zwei Bauabschnitten inzwischen alle Gewerke in Arbeit seien, mit Ausnahme des Auftragens von Spritzbeton und von Korrosionsschutz. Der Referatsleiter erwartet, dass dieser Abschnitt bis Spätherbst 2020 abgeschlossen wird.

Die Gesamtkosten steigen Lumpp zufolge von circa elf auf mindestens 16,7 Millionen Euro. Der zudem geplante Um- und Ausbau der Ampelkreuzung am Lußhof soll 2020 gestartet und vor dem Ende der Brückensanierung vollendet werden.

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