Speyer
Salierbrücke: Das steckt hinter der Verteuerung
1. Schadstoffbelastungen
Im Kappenbeton der Vorlandbrücke ist eine für das Regierungspräsidium unerwartete und ungewöhnlich hohe Belastung an Polychlorierten Biphenylen (PCB) gefunden worden. Diese sind gesundheitsschädlich, was bei dem Projekt umwelt- und arbeitsschutzrechtliche Konsequenzen hatte. Es kam zu zeitlichen Verzögerungen, mit denen die Verlängerung der im Januar 2019 gestarteten Sanierung von zwei auf drei Jahre begründet worden war, und zu Mehrkosten für die nötige neue Sanierungsform mit Abwasserreinigung. Diese werden in der neuen Mitteilung des Regierungspräsidiums mit 5 Millionen Euro beziffert und als erster Grund angeführt. Sie waren aber zumindest zum Teil auch schon für die Begründung des Anstiegs von 11 Millionen auf 16,7 Millionen herangezogen worden.
2. Stahlbau
Auch beim Abtrennen der Schutzeinrichtung der Strombrücke – sogenannten Stahlhöckern – wurden unvorhergesehene Schadstoffe gefunden. Das Rückbauverfahren musste geändert werden. Unter anderem war der Aufbau zusätzlicher Zelte erforderlich. Darüber hinaus habe die alte Konstruktion nicht den Bestandsplänen entsprochen, sodass Umstellungen im Arbeitsablauf und 1200 Meter an zusätzlichen Schweißnähten erforderlich waren. Die Mehrkosten hier: 3 Millionen Euro. „Zur Beschleunigung der Stahlbauarbeiten werden drei Stahlbaufirmen eingesetzt werden“, kündigt das Regierungspräsidium nun als einen nächsten Sanierungsschritt an. Aktuell seien die Arbeiten des bis Ende 2021 angesetzten Gesamtprojekts im Zeitplan.
3. Zusätzliche Verstärkung der Fahrbahn
Die Bewehrungseisen in der Fahrbahn hätten, entgegen den Angaben in den Plänen, deutlich höher in der Fahrbahn gelegen. Folge: statische Probleme und ein unvermeidlicher Einbau zusätzlicher Edelstahlbewehrung. Dies habe den konstruktiven Aufbau und den Projektablauf verändert und rund eine Million Euro zusätzlich gekostet.
4. Bauzeitverzögerung
Die beschriebenen Umplanungen verursachen die um gut ein Jahr verlängerte Bauzeit. Nichts ist es mit dem einmal für November 2020 angesetzten Ende der mit der Brückensperrung verbundenen Arbeiten. Die Baubehörde: „Dadurch entstehen zusätzliche Kosten wie beispielsweise für die längere Baustelleneinrichtung, den Einsatz von Arbeitskräften sowie Heizkosten in Höhe von insgesamt rund 2 Millionen Euro.“
5. Sonstiges
Die restliche Verteuerung wird mit zusätzlichen Leistungen bei der Instandsetzung der Brückenpfeiler-Köpfe, deren Bausubstanz schlechter als erwartet gewesen sei, sowie mit der Sanierung von schadhaftem Beton an den Trägern der Vorlandbrücke begründet. Die zuständigen Bundes- und Landesministerien hätten jetzt alle Mehrkosten genehmigt.