Speyer
Rheintöchter konzertieren in Westheim und Speyer
„Wir zünden 1000 Lichter an“: Das war nach einem schwedischen Weihnachtslied das Motto des Adventskonzerts der Rheintöchter in Westheim und der Speyerer Dreifaltigkeitskirche.
Das Frauenquartett sorgte mit seinem erlesenen und reinen Klang für eine besonders stimmungsvolle musikalische Stunde in der Vorweihnachtszeit, die zudem mit aparten Stücken bekannt machte.
Christiane Schmidt und Susanne Roth-Schmidt, Sopran, sowie Nikola Rümenapf und Simone Pepping, Alt, sowie Kirchenmusikdirektor Robert Sattelberger als Klavierbegleiter musizierten nämlich in der Hauptsache weniger bekannte Musik zum Advent, darunter Stücke aus Skandinavien, England, Irland und Frankreich. Und wenn die Lieder zum beliebten Repertoire für diese Jahreszeit gehörten, dann erklangen sie meist in originellen und ungewohnten Einrichtungen. Das sorgte dann für nicht wenige klangliche Überraschungen. Und es zeigte vor allem immer wieder die Gesangskunst der vier Rheintöchter. So war es schon beim ersten Stück, Robert Sattelbergers Satz des Luther-Liedes „Nun komm, der Heiden Heiland“. Auch Christiane Schmidt hatte „Es kommt ein Schiff geladen“ so gesetzt, dass sowohl der homogene und noble Gesamtklang des Quartetts als auch die solitischen Qualitäten der vier Sängerinnen bestens zur Geltung kamen. Gleiches gilt für ihre Einrichtungen eines irischen Weihnachtsliedes und des beliebten „Maria durch ein Dornwald ging“.
Schwedische und isländische Lieder bringen Farbe ins Programm
Peter Gortners Version von „Tochter Zion“ begann sehr nahe am Original aus Händels „Joshua“, wurde dann aber immer spezieller und virtuoser. Dass das schwedische Lied vom Licht und das isländische Marienlied eine besondere Farbe in das Programm brachten, versteht sich.
Es war auf alle Fälle eine gute Idee des Ensembles, ein Konzert im Advent zu erarbeiten, denn der helle Klang eines Frauenquartetts auf solch hohem Niveau steht ja für eine ästhetische Qualität, ein musikalisches Bild, das ideal in die Zeit passt. Und diese Wirkung ist besonders schön, wenn – wie von den Rheintöchtern – ganz unsentimental gesungen wird.
Das Programm brachte ja Lieder und Sätze aus fast 500 Jahren, doch die gewichtigen Werke waren aus dem 19. Jahrhundert von Liszt („O heilige Nacht“), Max Bruch („Die Flucht nach Ägypten“) und Engelbert Humperdinck. Gerade hierbei zeigte das Ensemble eine sehr eindrucksvolle Gestaltungskunst, die mit pathosfreiem Wohlklang und klarer Diktion die Musik ausdrucksvoll entfaltete.
Zum Schluss gab es mit Charles Gounods „Noel“ ein mit viel Elan gesungenes Lied voll von weihnachtlicher Freude.
Beim Konzert in der Speyerer Dreifaltigkeitskirche war das Publikum zu Recht begeistert.