Speyer Ratsmitglieder: Abfall soll auch künftig per Schiff geliefert werden

Der Ortsgemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstagabend im Römerberger Zehnthaus dem Planfeststellungsantrag für den achten Deponieabschnitt der BASF auf der Insel Flotzgrün einstimmig zugestimmt. Die Ratsmitglieder sehen durch den bisherigen Deponiebetrieb für die Einwohner Römerbergs keine erheblich nachteiligen Auswirkungen und fordern, dies auch weiter zu gewährleisten.
Die Gemeinde wird als Träger öffentlicher Belange gehört und muss zum Plan der BASF Stellung nehmen. Die BASF kalkuliert, dass ab 2018 die bisher bestehenden sieben Deponieabschnitte vollständig verfüllt sein werden, wie Deponieleiter Frank Eckert im Rat erläuterte. Die Abschnitte eins bis sechs sind bereits heute vollständig belegt. Abschnitt acht soll eine Fläche von zirka zehn Hektar umfassen. Dort sollen hauptsächlich Bauschutt und Bodenaushub eingelagert werden. Der Abfall für die heutigen Deponiebereiche wird zu einem Großteil mit dem Schiff von der BASF in Ludwigshafen auf die Insel Flotzgrün gebracht. Die Ratsmitglieder sprachen sich dafür aus, dass die schüttfähigen Abfälle auch künftig ausschließlich mit dem Schiff gebracht werden. In der Bewertung kommt die Verwaltung zu folgendem Schluss: „Es ergibt sich gegenüber dem bisherigen Zustand vor allem eine räumliche Verlagerung der bisherigen Deponietätigkeit, jedoch keine Intensivierung oder sonstige Ausweitung um andere Abfallarten.“ Zuvor hatten sich die Ratsmitglieder von Armin Bender vom Fachbüro Björnsen Beratende Ingenieure über die Schadstoffbelastung des Grundwassers im Bereich der Deponie hin zum Wasserwerk Süd in Speyer informieren lassen. Die Herbizide Mecoprop und Bentazon seien außerhalb der Deponie jenseits des Altrheinkanals im Tiefenbereich drei, der unterhalb von 75 Metern liegt, seit 2009 zwar in geringer Konzentration aufgefunden worden, allerdings würde „der Nachschub von Schadstoffen in den Grundwasserabstrom der Deponie durch den Betrieb von Sicherungsbrunnen unterbunden“, erklärte Bender. Den Befürchtungen, dass die Herbizide aufgrund der Abstromrichtung hin zum Wasserwerk Süd auch in das Speyerer Trinkwasser gelangen könnten, trat er entgegen. Eine Erstbeprobung einer Messstelle im unmittelbaren Zustrombereich zeige: „Es gibt keine auffälligen Befunde, alle organischen Parameter liegen unter der Bestimmungsgrenze. Es gibt also weiterhin keine Gefährdung der Wassergewinnung Speyer-Süd.“ Die Ratsmitglieder wie CDU-Sprecher Mathias Müller wollten wissen, woher die Stoffe stammen, und ob über die beiden Herbizide hinaus noch weitere Schadstoffe getestet wurden. Bender erklärte: „Es handelt sich noch um Altfrachten aus der Zeit, in der es keine Abschirmbrunnen gab.“ Es würden auch weitere Stoffe wie Sulfonsäuren oder Dioxan und Trioxan getestet, doch sind Bentazon und Mecoprop aufgrund ihrer Giftigkeit und der guten Wasserlöslichkeit unter besonderer Beobachtung, so Bender. (snk)