DUDENHOFEN
Radsport: Sprint-Grand-Prix in Dudenhofen
Das war, dass trotz Corona und den behördlich vorgeschriebenen umständlich zu handhabenden Hygienemaßnahmen und Anmeldeverfahren über 500 Zuschauer an die 250-m-Betonbahn kamen. Das seien mehr, als es vor der Pandemie bei Rennen anderswo üblich sei, verlautete es aus Fahrerkreisen.
Der RVD-Chef Spiekermann: „Die Leute sind halt froh, wenn sie wieder mal zu Veranstaltungen können, die Sportler und Sportlerinnen natürlich ebenso. Sie brauchen Wettkämpfe.“ Das haben zwei Pedal-Stars längst hinter sich, die auch der Dudenhofener Badewanne viel zu verdanken haben und die Mitglieder des RVD sind.
Aber beide fieberten beim Bahnsport-Ereignis 2021 nicht mit. Olympiasiegerin und Weltmeisterin Miriam Welte erkrankte. Der englische Bahnsport-Nationaltrainer Jan van Eijden, mehrmals Welt- und Europameister, ersparte sich bei einer Rückkehr einige Zeit in Quarantäne.
Der Edelfan
„Natürlich bin ich da. So etwas lass’ ich mir nicht entgehen“: Gerhard „Olle“ Schäfer, früher in Speyer als Zahnarzt tätig, ist nach seinem Befinden „ein ganz großer Radsport-Fan. Ich komm’ seit ewigen Zeiten immer wieder zum Zugucken in die Badewanne und bin froh, dass hier endlich wieder einiges abgeht“. Er besuchte auch schon Berliner Sechstage-Rennen.
Den Grand Prix ebenfalls nicht entgehen ließ sich eine 33-Jährige, die dafür die rund 70 Kilometer von ihrem Wohnort Kaiserslautern-Wiesenthalerhof nach Dudenhofen radelte und am Sonntag nach einem Wettkampf in Dahn wieder zurück: Natascha Hartl, Sporttherapeutin und Cross-Sportlerin.
Die frühere Speyererin schaute zu, „weil da unten mein Freund mitmacht“. Der heißt Alexander Oberth und fährt für den RRC Mannheim. Für seinen RV Dudenhofen, bei dem er das Rennradfahren lernte, ging auch der beim niederländischen DMS-Rennstall im Sold stehende Martin Salmon auf die Piste.
Alles Profis
Der in Sittard wohnende Berufsfahrer aus Dudenhofen erkannte, was der langjährige RVD-Sportleiter Dieter Landry so ausdrückte: „Dem wird’s nicht leicht gemacht. Die anderen sind ja auch Profis.“ Das heißt, dass die Elite mit Fahrern aus Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, Schweiz, Israel, Neuseeland und Singapur auch Radsport zum Beruf haben.
Landry stand in der Sommernacht zwar mehr oder minder am Rande, rückte aber bei seiner offiziellen Vereinsverabschiedung durch Spiekermann unter dem Beifall auch von Landrat Clemens Körner und Verbandsbürgermeister Manfred Scharfenberger in den Vordergrund.
„Du warst 40 Jahre eine Institution unseres Vereins und bist mein Freund geworden“, sagte der RVD-Chef: „Der Radfahrverein dankt es dir.“ Den Dank der Gemeinde Dudenhofen für den ins südpfälzische Impflingen gezogenen Landry drückte Bürgermeister Jürgen Hook aus.