Speyer
Radsport: Martin Salmon aus Dudenhofen macht nächsten Schritt zum Profi
Der ehemalige Junioren-Nationalfahrer Martin Salmon aus Dudenhofen darf auf eine Profikarriere in einem World-Tour-Team hoffen. Der 21-Jährige hat einen Tag nach dem überraschenden Gewinn der Bronzemedaille bei den deutschen Bahnrad-Meisterschaften in Berlin seine Berufung als Stagiaire, eine Art Praktikant, beim Team Sunweb erhalten.
Martin Salmon ist kein Mann der großen Worte. Er hat aber einen klaren Plan. Fast drei Jahre nach seinem altersbedingten Wechsel zu den Aktiven und damit in ein Development-Team will das einstige Nachwuchstalent des Radfahrervereins (RV) 08 Dudenhofen den nächsten Schritt in seiner Karriere machen.
Dabei ist es doch zuletzt etwas ruhig um ihn geworden. Es fehlten die Ergebnisse, wie Salmon selbst sagte. Dafür haben die Verantwortlichen beim Team Sunweb, dessen Trikot er seit knapp zwei Jahren trägt, längstens erkannt, welche wertvolle Dienste der talentierte Radsportler für die Mannschaft bisher tat und auch tun wird.
Der Meister-Macher
Ohne seine Unterstützung wären die Teamkollegen Max Kanter (Cottbus) und Leon Heinschke (Frankfurt/Oder) nicht in den letzten beiden Jahren Meister der Unter-23-Jährigen geworden. Salmon stand bisher nicht so sehr im Vordergrund, aber seine exzellente Arbeit für das Team findet Anerkennung.
Jetzt folgt die Berufung als Praktikant bei den Profis. „Martin war von Anfang an Teil des Entwicklungsprogramms. Er ist ein wertvoller und zuverlässiger Fahrer, der zu vielen erfolgreichen Erinnerungen beigetragen hat“, sagte sein Trainer Sebastian Deckert.
Höchstes Niveau
Deckert weiter: „Wir freuen uns, ihm die Gelegenheit zu geben, sein Potenzial im World-Tour-Programm unter Beweis zu stellen und glauben, dass dies ein guter und motivierender Schritt für ihn ist.“
„Ich freue mich, jetzt auf höchstem Niveau zu fahren und bin außerordentlich dankbar, dass das Team mir bei all den Höhen und Tiefen zur Seite gestanden hat, die ich hatte“, meinte Salmon: „Ich hoffe und bemühe mich, es vollständig zurückzuzahlen, indem ich für den Rest dieses Jahres mein Bestes gebe, um am World-Tour-Programm teilzunehmen.“
Starker Eindruck
In der Hauptstadt hinterließ er auf der Bahn einen starken Eindruck. Nach der Bronzemedaille im Punktefahren sicherte er sich an der Seite von Felix Hapke (Unna) im Madison den sechsten Platz. Nur im Scratch fehlten dem Dudenhofener nach einer furiosen Aufholjagd zur Spitze in den letzten beiden Runden die Kräfte, um noch einmal in die Medaillen zu fahren.
Schöner Ausflug
Den Ausflug hatte der Blondschopf sichtlich genossen. „Ich bin auf der Bahn groß geworden, und ich habe immer noch viel Spaß, auf der Bahn zu fahren“, erzählte Salmon. Dies ist bei ihm zu spüren. So leuchteten auch seine Augen, als er von den Vier-Tagen von Gent im vergangenen Winter berichtete, wo er kurzfristig einsprang.
Und warum nicht mal bei einem Sechstage-Rennen dabei sein? „Davon habe ich als Kind immer geträumt“, verriet er. Ob hierfür demnächst die Angebote kommen und dies in die Vorbereitung für die Straßensaison passen wird, bleibt abzuwarten.
Wieder in Sittard
„Es muss einfach in das Programm passen“, sagte Salmon. Der sympathische, nur 61 Kilogramm schwere und 1,79 Meter große Allrounder kann sich das sehr gut vorstellen. „Ich fahre auch gerne auf der Bahn, um schneller zu werden. Mir persönlich bringt das schon was“.
Dass er überhaupt in Berlin dabei war, lag auch daran, dass er seine Schwester, die in der Hauptstadt studiert und nur drei Straßen vom Velodrom entfernt eine Wohnung hat, besuchen wollte. „Dann hat es auch zeitlich von den Terminen gepasst“, meinte Salmon, der direkt von Berlin am Sonntag noch nach Sittard, wo er inzwischen mit seinem Team lebt, zurückgekehrt ist.
Sein Debüt als Stagiaire bei den Profis wird er bereits am kommenden Sonntag beim Koga Slag om Norg in Holland geben.