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Pressefotografin Deuter wird 90
Die Fotos, die Bettina Deuter für die RHEINPFALZ und die „Tagespost“ gemacht hat, sind ungezählt. Sie sind aber akribisch archiviert und dokumentiert. Der 2008 verstorbene Ehemann der Fotokünstlerin habe sich dabei große Verdienste erworben, erzählt Holger Deuter, einer von zwei Söhnen des Ehepaares. Derzeit verhandle die Familie mit dem Stadtarchiv, dem sie das umfangreiche Archiv gerne übergeben möchte. Bettina Deuter war außer im Urlaub täglich im Einsatz, sie hat die Entwicklung der Domstadt dokumentiert. Sie hat Stars und Sternchen fotografiert, die ihren Fuß in diese besondere Stadt gesetzt hatten.
„Speyer wird zur Weltbühne“, heißt Bettina Deuters Buch über die 1980er-Jahre. Es ist eines von fünf Werken in ihrer Jahrzehnte-Reihe, in denen sie auf jeweils rund 70 Seiten eine Auswahl der gelungensten und wichtigsten Motive mit ihren sehr persönlichen Erläuterungen garniert und die zu Verkaufsschlagern wurden. Schon der Titel zeigt, warum Deuter aus dieser Zeit besonders viel zum Vorzeigen hat. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl brachte Staats- und Regierungschefs zum Dom, 1987 gab es sogar einen Staatsbesuch – und Deuter war stets dabei. Meist stand sie in der ersten Reihe. Wenn dem nicht so war, wusste sie sich zu helfen: Das legendäre Lächeln von Johannes Paul II. wird dem Moment zugeschrieben, als Deuter auf allen vieren unter einer Absperrung hindurchkrabbelte, um das richtige Motiv zu haben.
Zur „Tagespost“ gewechselt
Die junge Speyererin Elisabeth Langknecht – so ihr Geburtsname – wurde von 1948 bis 1951 im Fotohaus Hermann ausgebildet, schloss ihre Gesellenprüfung als Beste in der Pfalz ab und war zunächst für die RHEINPFALZ tätig. 1953 wechselte sie zur „Speyerer Tagespost“, bei der sie vier Jahrzehnte lang angestellt war. Bettina Deuter war überall bekannt und geschätzt. Sie begleitete Speyerer Delegationen auf Reisen und war – stets charmant und modisch gekleidet – immer wieder auch selbst Fotomotiv. Mit manchem Prominenten wagte sie ein Tänzchen. Von der französischen Armee in Speyer erhielt sie ein Ehren-Diplom. Über den früheren Ministerpräsidenten Bernhard Vogel veröffentlichte sie ebenso ein eigenes Buch wie über die Gemeinde Harthausen und ihren Jahrgang 1932.
Auf den Straßen ihrer Heimatstadt ist die Jubilarin heute nur noch selten zu sehen. Sie sei altersbedingt nicht mehr so fit und auf Betreuung angewiesen, erzählt ihr Sohn. Spaziergänge seien noch möglich. „Sie genießt die Ruhe“, berichtet Holger Deuter. Eine Geburtstagsfeier im kleinen Kreis werde es geben. Auch der eine oder andere Besuch habe sich angekündigt, darunter der frühere Oberbürgermeister Werner Schineller. Er war von 1981 bis 2009 im Speyerer Stadtvorstand und ist bis heute einer der größten Fans der Deuter-Fotos, die all diese Jahre abbilden.