Speyer
Preisverdächtig: Virtual Design made in der Schule
Vor dem Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern herrscht an diesem Morgen reger Andrang. Eltern, Lehrkräfte sowie junge Leute aus ganz Rheinland-Pfalz haben sich vor der Tür versammelt und warten darauf, dass sie aufgesperrt wird. Nicht die Ausstellungen sind ihr Ziel, sondern eine besondere Preisverleihung.
Zum dritten Mal hatte der Verein Zukunftsregion Westpfalz (ZRW) den „Digital Arts Contest“ ausgeschrieben, den Wettbewerb für digitale Kunst im schulischen Kunstunterricht. Schirmherr ist stets der Ministerpräsident, bei der dritten Auflage also Gordon Schnieder (CDU). Gefragt ist neben dem Digitalen vor allem Vorstellungskraft – laut Zukunftsforschung „die Superkraft der Menschen“.
„Schule als Lieblingsort“
Auch wenn die Kernaufgabe der ZRW in der Entwicklung der Westpfalz liegt – diesen Wettbewerb richtet sie stets landesweit aus. In diesem Jahr lautete das Thema „Schule als Lieblingsort“ und 85 kreative Entwürfe wurden dazu eingereicht, wie ZRW-Geschäftsführer Hans-Günther Clev informierte.
Dass sich die Zukunftsregion Westpfalz um dieses Segment des Kunstunterrichts verdient mache, betonte Georg Ehrmann als Vertreter des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums. Die Schule als Lieblingsort wäre in früherer Zeit ein „No-Go“ gewesen, da Schule an sich keinen Spaß machen sollte, sagte er mit einem Augenzwinkern und fügte an: „Trotzdem hat es ihn natürlich gegeben.“ Heute sei klar, dass Lernen Freude machen sollte, und man diese Freude auch institutionell fördern könne.
Hochschule mit dabei
Welchen Weg die an digitaler Kunst interessierten Schülerinnen und Schüler vielleicht einmal einschlagen werden, machten Vertreter der Hochschule Kaiserslautern anschaulich deutlich. Sie beschrieben Inhalte des Studiengangs Virtual Design, der landesweit nur in Kaiserslautern angeboten wird. Dass auch dabei Künstliche Intelligenz eine immer größere Rolle spielt, erläuterte Jurymitglied Professor Martin Reichrath. Sie biete Chancen und Risiken und müsse immer genau unter die Lupe genommen werden.
Aufgeteilt ist der Preis im „Digital Arts Contest“ immer in zwei Kategorien und zwei Altersgruppen – Klassen 5 bis 8 und Klassen 9 bis 12. Bei der diesjährigen Preisverleihung hielten zwei Speyerer Schulen die Pfälzer Fahne hoch. So ging in der Kategorie „Digital Painting und Bildbearbeitung“ der dritte Preis an Lara Basaran, die die achte Klasse der Edith-Stein-Realschule besucht und ihre Arbeit „Traumschule “ genannt hatte. Platz zwei in der Kategorie „Animation und Stop Motion“ belegten Daria Kobielska, Nico Klein und Devin Kiehl, Fünftklässler der Schule im Erlich, mit ihrer Arbeit „Unsere e(h)rlich legendäre Schule “. Die weiteren Preisträger kamen aus Linz, Trier, Schweich, Bad Kreuznach und Gau-Odernheim.