Speyer Postgalerie Speyer: Hotel und Lokal unter Kuppel geplant

Mögliche Ansicht vom Postplatz aus: über dem Eingang die geplante Aussichtsplattform, vor dem Gebäude neue Stufen. Die Plattform
Mögliche Ansicht vom Postplatz aus: über dem Eingang die geplante Aussichtsplattform, vor dem Gebäude neue Stufen. Die Plattform soll auch von der Maximilianstraße aus sichtbar sein.

Positive erste Resonanz gab es gestern Abend im städtischen Bau- und Planungsausschuss für die Pläne zur Umgestaltung.

„Wir wollen erheblichen investieren für neue Mieter. Es reicht nicht, da mit dem Farbeimer durchzugehen.“ So begründete Rüdiger Weitzel vor den Politikern seine geplanten Eingriffe in die schwierige Immobilie, in der er „sehr große Chancen“ erkennt. Er hat das 2012 eröffnete Einkaufszentrum, das auch Büro- und Gastronomieflächen enthält, im Vorjahr gekauft. Seinem Architekten Helmut Rübsamen vom Kölner Büro Form A war es danach vorbehalten, aus einer Problemanalyse, an der seit August gearbeitet worden sei, die Änderungswünsche abzuleiten. Dazu liegt der Stadt seit Dezember ein Bauantrag vor; zu diesem liefen Abstimmungsgespräche etwa mit der Denkmalpflege, so Oberbürgermeister Hansjörg Eger (CDU). Weitzel hofft auf einen Baubeginn im Sommer oder Herbst. Eine von außen gut sichtbare Veränderung soll die neue Aussichtsplattform „Storchennest“ sein. Sie darf laut Denkmalpflege wohl über der Eingangshalle entstehen, weil es einmal eine historische Kuppel genau in diesem Bereich der früheren Oberpostdirektion gab. Sie soll fast 30 Meter niedriger als das benachbarte Altpörtel sein, aber den Besuchern, die kostenlos hinauffahren oder -steigen können, gute Blicke über die Stadt bieten. „Eine Wucht“, sagte Rübsamen. Im Turm soll Gastronomie angesiedelt werden. Am Eingang zur Immobilie vom Postplatz aus soll eine vorgesetzte Treppenanlage mit einer langgezogenen Rampe entstehen. So sollen drinnen keine Stufen mehr zu überwinden und die Fenster zum Platz hin besser nutzbar sein. Zum zweiten Eingang ausgebaut werden soll das Portal an der Mitte der Fassade von der Bahnhofstraße aus. Die Eingänge von der Gutenbergstraße und an der Ecke Mathäus-Hotz-/Bahnhofstraße sollen wegfallen, ebenso wie im Inneren die lange Einkaufsgasse. Davon würden laut Königsamen die Händler profitieren: Heute seien die Wege zu diesen zu lang. Künftig gäbe es kürzere Wege zu einem zentralen Platz im Inneren, von dem aus – teilweise nach Umzügen – alle Läden wahrnehmbar wären. Für mehr Tageslicht sollen zum einen die Durchbrüche im Inneren wenn möglich vergrößert, aber soll vor allem eine Glaskuppel aufgestockt werden. Damit entstünde das zweite Obergeschoss, auf das einst trotz ursprünglicher Planung verzichtet worden sei, sagte Rübsamen. Es käme viel Licht ins Haus und es gäbe neuen Platz für Lokale. Maße der Kuppel: 70 Meter lang, 18 Meter breit und bis zu elf Meter hoch. Im zweiten Obergeschoss, unter der Kuppel, läge auch die Rezeption eines Hotels, das in der Postgalerie zusätzlich entstehen soll. Es soll im Vier-Sterne-plus-Segment angesiedelt sein und Weitzel hat dafür nach eigener Aussage bereits eine Vereinbarung mit einem Mieter geschlossen, den er noch nicht nennen könne. Klar seien die Ausmaße von 110 bis 120 Zimmern vor allem im ersten und zweiten Obergeschoss des hinteren Gebäudeteils sowie der Charakter: „ein warmherziges Haus, kein kühles Businesshotel“. Dafür bürge ein „sehr erfahrener Hotelier mit viel Erfahrung in Altstädten“. Seine Investitionen hat Weitzel im Vorjahr auf samt Kauf mehr als 40 Millionen Euro beziffert. Sprecher mehrerer Fraktionen lobten die Pläne. Claus Ableiter (BGS) gab die Anregung, die geplante Aussichtsplattform nicht zu nüchtern zu gestalten, Michael Neugebauer (SWG) riet, dass die Stadt parallel die Postplatz-Umplanung vorantreiben soll, Johannes Jaberg (Grüne) forderte Platz für Kultur in der Galerie.

Neuer öffentlicher Zugang: Plan für Umbau mittig an Bahnhofstraßen-Fassade.
Neuer öffentlicher Zugang: Plan für Umbau mittig an Bahnhofstraßen-Fassade.
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