Speyer Positionen mit spielerischen Elementen

Die zwischen 1963 und 1989 geborenen Gratulanten stammen aus Deutschland, Großbritannien, Kolumbien, Südkorea, Polen und den USA. „Wir wollten jungen, frischen Künstlern die Möglichkeit geben, in dieser tollen Location auszustellen. Gleichzeitig sehen wir die Ausstellung als Hommage an den Kunstverein“, sagt dessen zweiter Vorsitzender und Ausstellungskurator Andreas Krock. Sein Vorstands- und Kuratorkollege Oliver Schollenberger ergänzt: „Wir wollten vor allem bei der Auswahl sehr vielfältige und vielseitige Kunstpositionen mit spielerischen Elementen darstellen.“ Jeder von ihnen wählte vier Künstler aus. Vertreten sind unterschiedliche Gattungen wie Fotografie, Grafik, Malerei, Skulptur, Plastik und eine Videoarbeit. Ebenso verschieden sind die Formate, die der Besucher entdecken kann: von kleinen Werken über Studien bis hin zu großen Arbeiten. Da die Künstler ihre Ausbildungen in Berlin, Düsseldorf, Mainz, Leipzig und München abgeschlossen haben, repräsentieren ihre Werke eine große Bandbreite an Aspekten und Strömungen an deutschen Kunsthochschulen. Sie alle haben hier ihren Lebensmittelpunkt, doch es ist sehr spannend zu sehen, welche Einflüsse und Bezüge zum jeweiligen Herkunftsland präsent sind. Aneta Kajzer etwa arbeitet schnell und mit nachvollziehbaren Spuren ihres Arbeitsprozesses. Ihre Motive sind zwischen figürlich und abstrakt angesiedelt. „Der Humor in den Arbeiten soll auf meinen Öl- und Acrylbildern herauskommen und Platz für eigene Interpretationen und Charaktere lassen“, sagt die gebürtige Polin. Anne-Louise Hoffmann aus Neustadt ist mit einer Videoinstallation und dem Objekt „Gingerrrr Love“ vertreten. Hinter dem Titel verbirgt sich ein vierteiliger Paravent aus rosafarbenen Yogamatten mit kleinen Ausschnitten aus einer Performance und mit Ingwerwurzeln verfremdete Collagen. Der Kolumbianer Christian Jaramillo vereint in seinen Bildern formale kunsthistorische Motive, Bezüge zu alten Meistern wie Goya oder Velazquez, Barock und Rokoko, Vanitas-Abbildungen und christliche Symbolik. Zugleich wirken die Motive absurd, da leuchtendes Pink, Türkis und Lila vorherrschen, Totenköpfe statt Gesichter und Affen statt Putti die Bilder bevölkern und neobarocke Plastikrahmen sie einfassen. Der 1969 in London geborene und bei München lebende Daniel Man wiederum war knapp 15 Jahre lang in der Graffitiszene aktiv. Er steuert sechs Werke bei, meist in Mischtechnik wie Acryl, Lack, Kunstharz und Tusche auf Leinwand. Sein präziser Umgang mit der Technik ist in seinen Bildern sichtbar. Ellen Akimoto hat zahlreiche chinesische, japanische und persische Bilder analysiert und übersetzt deren Raumkonzept. Die figürlichen Arbeiten der gebürtigen Kalifornierin erhalten ihre räumliche Tiefe und Perspektive durch Licht und collagenhafte, schablonenförmige Anordnungen im Bild. Der Südkoreaner Hyun Jin Kim studierte in der Klasse für Bildhauerei in Mainz. Seine Skulptur „Glasspiel“ spiegelt alltägliche Empfindungen und eigene Interpretationen wider, die dem Betrachter Raum für neue Sehweisen lassen. Mit Fotografie und Plastik ist die Deutsche Jaana Caspary vertreten. „Meine plastischen Formen stehen im Zusammenhang zu den Fotografien, und organische Formen erinnern an Dinge wie Spinnen oder Schildkröten, konkretisieren sie aber nicht“, sagt sie. Zwei- und Dreidimensionalität erzeugt Tiefe und Plastizität, durch behandelte Oberflächen entstehen Kontraste. Ted Green schließlich, 1963 in Kalifornien geboren, arbeitet an symmetrischen Abstraktionen, die er in vielen Schichten übereinander legt. Seine Werke erinnern an Rorschach-Tests, Tätowierungen, Tribal Art oder Street Art. Greens plastische Objekte sind eine Mischung aus Malerei und Zeichnung. Sie gehen in die Fläche und erinnern an Säugetiere, Körperschnitte sowie Insekten. Ausstellung —Zu sehen beim Speyerer Kunstverein vom 25. August bis zum 23. September, donnerstags bis sonntags, 11 bis 18 Uhr. —Nach der Eröffnung heute, 18 Uhr, ist ein Festakt mit dem rheinland-pfälzischen Kulturminister Konrad Wolf und einer Festrede des langjährigen Vereinsvorsitzenden Franz Dudenhöffer geplant. Danach folgt ein Hoffest mit Musik der Gruppe Chess Jazz Five.