DUDENHOFEN
Porträt: Dudenhofens Handballer Riffelmacher
Der in Schifferstadt lebende Rechtshänder, der seine Stärken als Linksaußen im Eins-gegen-eins-Verhalten und in seiner Sprungkraft sieht, überzeugte seine Trainer bei den Löwen so, dass sie ihn schon in die B-Jugend-Mannschaft holten, obwohl der Wechsel des Pfälzers dorthin altersbedingt erst zur neuen Runde anstand.
Zwar kam er in der Finalrunde mit dem gewonnenen Halbfinale gegen Melsungen und dem verlorenen Finalspiel gegen Berlin in Dormagen zwar nur im Finale zu einem Kurzeinsatz.
Dennoch sieht der für sein Alter sehr aufgeräumt wirkende künftige Zehntklässler des Schifferstadter Paul-von-Denis-Gymnasiums alleine schon die Nominierung für eine Bestätigung seiner Trainer, auf dem richtigen Weg zu sein. „Gleichzeitig bin ich nun aber auch gefordert, dieses Vertrauen wieder zu bestätigen“, sagte er.
Großer Aufwand
Dabei ist der Aufwand, den der junge Mann betreibt, schon jetzt immens. Seit er zur Saison 2019/2020 von der HSG Dudenhofen/Schifferstadt zu den Löwen wechselte, steht viermal wöchentlich das Vereinstraining in Mannheim an.
Die Eltern und die ältere Schwester wechseln sich als Chauffeure ab. „Alle stehen voll hinter mir und meinem Ziel“, betont der heimatverbundene Handballer, der seinen Fokus aber voll auf seinen Sport legt.
Diese Heimatverbundenheit war es auch, weshalb er nach einem schweren Start ins Handballerleben nicht schon früher wechselte, beispielsweise zu den Ludwigshafener Eulen, die mit einer Anfrage einst abblitzten. Los ging es, als Petra Kolb ihn in der Handball-Arbeitsgemeinschaft seiner Schule entdeckte und zum HSG-Training einlud.
Sofort Spaß
„Zu jener Zeit probierte ich viel aus, wollte schon einen Sport ernsthaft betreiben. Handball hat mir gleich Spaß gemacht“, blickt Riffelmacher zurück. Doch seine Mannschaft verlor zu Beginn fast nur – für den jungen Neueinsteiger war das schwierig.
„Aber meine Eltern haben gesagt, dass ich weitermachen soll, die Erfolge schon noch kommen würden. Sie haben mich motiviert“, ist er ihnen heute dankbar dafür, dass sie ihn bei der Stange – oder besser gesagt am Ball – hielten.
„Schon bald wurden wir als Mannschaft besser und waren auch zuletzt immer sehr gut aufgestellt“, sagt er zum Werdegang bei der HSG, zu der er immer noch regen Kontakt hat – sofern es seine Zeit zulässt.
Zweite Leidenschaft
Denn: Nach der Schule geht es kurz nach Hause zum Essen, dann bereits über den Rhein ins Training. Zwischen 20 und 21 Uhr kommt der Sportler wieder daheim an. Dann stehen noch Hausaufgaben an. Tag für Tag, am Wochenende sind Wettkämpfe. Da bleibt auch kaum noch Zeit für eine weitere Leidenschaft seiner Kindheit: das Klavierspielen.
„Wenn ich aktuell mal Zeit habe, dann verbringe ich die eher mit der Familie oder Freunden.“ Dieser Kontakt zu seinen Freunden war dem durchaus auch als Stimmungsmacher und Spaßkanone verwendbaren „Gute-Laune-Menschen mit kleiner Macke“ so wichtig, dass er sich gegen einen Wechsel auf das Sportinternat der Rhein-Neckar-Löwen entschied.
Er wollte auf seiner Schule bleiben und lieber täglich pendeln.
Dennoch: „Ich gebe alles, um mein Ziel, Profi zu werden, auch zu erreichen.“ Aktuell stehen daher viele Einheiten im Kraftraum an, um körperlich robuster zu werden. Noch ist Riffelmacher mit 73 Kilogramm bei 1,80 Metern Körpergröße eher ein Leichtgewicht mit Schwächen in der Defensive.
Gewichte stemmen
Das soll sich ändern. Bis zu dreimal wöchentlich werden nun Gewichte gestemmt. Auch zu Hause liegen einige Hanteln parat, um jederzeit etwas tun zu können, gerade dann, wenn Corona Training in der Halle ohnehin nicht zuließ.
„Ich habe zwar nicht das Gefühl, dass mir die Pause handballerisch groß geschadet hat. Aber natürlich habe ich das Training da vermisst“, sagt Riffelmacher und freut sich auf die kommenden Aufgaben: „In der neuen Runde wollen wir Deutscher Meister werden. Zweiter zu sein, bedeutet auch, erster Verlierer zu sein. Und Verlierer zu sein, ist nicht schön.“
Er selbst schiebt dafür Extraschichten, nicht nur mit den Gewichten, sondern auch mit individuellem Wurftraining, meist dienstags. Und auf dem Feld sei er ohnehin ein Typ, der andere motiviere, mitreiße, auch mal energische Ansagen mache. Beste Voraussetzungen also, denn Führungsspieler sind immer gefragt.
Und wenn mit Uwe Gensheimer ein Vorbild auf seiner Position sogar im eigenen Verein spielt – was soll da noch schiefgehen?