Speyer Polder und neuer Name als Knackpunkte

Der Polder und der Name für die neu zu bildende Verbandsgemeinde brennen den Bürgern am meisten auf den Nägeln. Diese Botschaft hat Bürgermeisterkandidat Otto Reiland (CDU) von seiner Informationsveranstaltung in Altrip mitgenommen. Zweieinhalb Stunden lang hat er am Freitagabend im Regino-Zentrum seine Vorstellungen für die neue Verbandsgemeinde Waldsee, Otterstadt, Altrip und Neuhofen erläutert.
„Ich bringe Erfahrung im Aufbau einer Verbandsgemeinde mit“, verwies Reiland auf die Fusion zwischen Waldsee und Otterstadt, die seit über 40 Jahren funktioniere, und der er seit 1981 als Bürgermeister vorsteht. Das Geheimnis liege nicht nur in der Kommunikation, sondern in seinem Credo, „so viel Eigenständigkeit wie möglich in den Ortsgemeinden“ zu belassen. „Mein Stil heißt nicht: mit dem Kopf durch die Wand, sondern ich will Meinungen zusammenführen“, führte er weiter aus. Sein Engagement im Kreistag und für die Metropolregion Rhein-Neckar könne dabei nur von Vorteil sein, erklärte er den Altripern und den Gästen aus Neuhofen. „Es ist gut für die Kommune, wenn der Bürgermeister über den Tellerrand hinausschaut.“ Sicher nehme er die Probleme ernst, etwas Neues seien sie jedoch nicht: „Auch die Verbandsgemeinde Waldsee hat gegen den Polder geklagt. Die Klage aus Altrip wurde nur vorrangig verhandelt.“ Ein Umschwung der Meinung sei also nicht zu befürchten, beruhigte er. Ansonsten werde der Bürger von der Zusammenführung der Gemeinden gar nicht so viel mitbekommen. „Bürgerbüros in den einzelnen Rathäusern sind die Anlaufstellen, und hier werden so viele kommunalpolitische Entscheidungen wie möglich getroffen. Die Feuerwehr bleibt in Altrip. Die Entscheidungsgewalt für die Kindergärten von hier bleibt hier, genauso wie die Zuständigkeit für Straßen oder das Regino-Zentrum.“ Denn die Struktur für die neue Verbandsgemeinde sei die erste und wichtigste Aufgabe des ersten hauptamtlichen Bürgermeisters. „Aber entwickeln kann sich ein Miteinander nur in einer harmonischen Zusammenarbeit“, sagte Reiland. „Dafür starten wir auf einem sehr guten Fundament.“ Nur für das Namensproblem hatte er keine Patentlösung, obwohl Altrip als größte und älteste Gemeinde auf das Namensrecht pocht. „Der Name ist für mich nicht wichtig, weil sich an den Ortsnamen ohnehin nichts ändern wird. Altrip wird weiter Altrip bleiben, genau wie Otterstadt nach 42 Jahren in der Verbandsgemeinde Waldsee noch immer Otterstadt ist.“ Und es handele sich schließlich nur um eine Bündelung der Verwaltung, sagte Reiland. „Zusammenwachsen können wir schon rein geografisch nicht.“ (env)