Speyer
Pflasterung der Lauergasse abgeschlossen
Bis auf ein paar Restarbeiten ist die Baustelle in der Lauergasse abgeschlossen. Knapp 1200 Quadratmeter Pflastersteine verlegte das Unternehmer der Brüder in diesem Jahr. Ömer Kulekaya schätzt, dass knapp 48.000 Steine verlegt wurden. Den Hauptteil der Gasse bilden die rötlichen Betonsteine. „Diese Oberfläche ist speziell“, erklärt Mustafa Kulekaya im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Sie sei so rau, dass Passanten bei Regen oder Frost nicht befürchten müssten, hier auszurutschen. 3,80 Meter breit ist die Lauergasse mit diesen rauen Betonsteinen bepflastert. An den Rändern bilden links und rechts jeweils 30 Zentimeter breit Natursteine aus Portugal die Kanäle zum Ablaufen des Regenwassers. Das restliche Stück zwischen Straße und Häusern überbrücken abgeschrägte Porphyrsteine, die verhindern, dass Regenwasser in die Häuser läuft. „Die Natursteine am Rand sind in der Mitte zwei Zentimeter tiefer und bilden so die Rinne“, so Mustafa Kulekaya weiter.
Schwere Betonplatten
Dort, wo die Häuser in der Straße auf gleicher Höhe stehen, bilden die Betonsteine eine sogenannte Dachschräge. Das bedeutet, dass das Wasser wie eben bei einem Dach in beide Richtungen ablaufen kann. Entsprechend bilden die Natursteine an diesen Stellen auf beiden Seiten Kanäle. Es gibt jedoch auch Stellen, an denen Häuser auf einer Seite höher liegen als auf der gegenüberliegenden Seite. Hier führt die Abschrägung der Straße nur auf die Seite der etwas tiefer liegenden Häuser. Entsprechend befindet sich auch nur auf einer Seite ein Naturstein-Kanal. „Auf der anderen Seite wird es zur Scheinrinne. Wenn Sie fahren, sehen Sie das aber gar nicht“, führt Kulekaya aus. Schwierig war die Verlegung von vier Tonnen schweren Betonplatten im Bereich der Schachtabdeckplatten, also der Gullydeckel. „Dafür musste der große Bagger kommen“. Die Platten bilden eine Art Rückhaltebecken, falls die Kanäle volllaufen sollten und können bei Bedarf von der Stadt gereinigt werden.
Neuer, kleiner Parkplatz
Mitte Juni begannen die Arbeiten in der Lauergasse, im September waren sie abgeschlossen. Zunächst wurde der alte Belag, Asphalt, abgetragen und wurden neue Leitungen für Kanal, Glaserfaser und Strom gelegt. „Auch die Straßenbeleuchtung wurde erneuert“, fügt Mustafa Kulekaya an. Die Gasse wurde anschließend in vier Abschnitten mit den Betonsteinen in der Mitte und den Natursteinen am Rand gepflastert. Hinzu kam auch ein neuer Parkplatz, der Platz für sechs Autos bietet. Ein siebter Stellplatz wich einem Beet. Hier soll ein Baum gepflanzt werden. Zu der Arbeit ihrer Firma in der Lauergasse haben die Brüder von Anwohnern „nichts Negatives gehört.“ Im Gegenteil: Ein zufällig vorbeikommender Anwohner zeigt sich zufrieden, wie zügig die Arbeiten fortgeschritten sind. Die Brüder schätzen, dass die Steine 30 bis 40 Jahre halten könnten. „Wenn ich in Rente gehe, könnten sie langsam Risse bekommen“, ergänzt Mustafa Kulekaya. Die Stadt werde sie aber schon vorher austauschen, da die Betonsteine nach und nach ihre raue Oberfläche und damit ihre Rutschfestigkeit einbüßen.
Das Tiefbauamt zeigt sich auf Anfrage zufrieden mit den Arbeiten in der Lauergasse. Gemäß Stadtratsbeschluss sollen laut Lisa Eschenbach in der Altstadt in den Straßen Halbes Dach und Stübergasse die gleichen Ausbauarbeiten wie in der Lauergasse stattfinden. „Allerdings sind diese Maßnahmen noch eingetaktet. Es steht also noch nicht fest, wann dort gebaut wird“, ergänzt Eschenbach.
Nils fragt: Woher kommen die Steine?
Heute bin ich die frisch gepflasterte Lauergasse entlang gelaufen. Am Rand sind mir die besonderen Steine aufgefallen. „Das sind Natursteine“, hat mir Mustafa Kulekaya von der Tiefbaufirma OKM erklärt. „Wo kommen die denn her?“, habe ich ihn gefragt. Dann hat er mir den Weg der Steine erklärt. Sie sind den ganzen weiten Weg aus Portugal hierher nach Speyer transportiert worden. Genauer gesagt kommen sie aus der Region Pera Velha, 200 Kilometer östlich von Porto. Dort wurden sie zunächst in Form gebracht und geflammt , sodass sie ihre raue Oberfläche bekommen. Danach haben sie sich mit einem großen Sattelschlepper hierher zu uns auf den Weg gemacht. Bis zu ihrem Einbau in der Lauergasse wurden sie einem Gelände beim FC 09 Speyer zwischengelagert. Die Steine wären sonst nur in China und Indien zu bekommen gewesen, den Zuschlag hat aber Portugal bekommen.
Die Betonsteine in der Mitte der Lauergasse hatten übrigens eine viel kürzere Anreise: Sie stammen aus der Nähe von Karlsruhe.