Speyer Peter David bei der Drehorgelserenade

Der Speyerer Peter David ist Drehorgelspieler aus Leidenschaft: hier bei einem Auftritt auf dem Bauernmarkt in Speyer.
Der Speyerer Peter David ist Drehorgelspieler aus Leidenschaft: hier bei einem Auftritt auf dem Bauernmarkt in Speyer.

Zu den Leierkastenmännern in der Raumfahrthalle des Technik Museums am Samstag, 22. Februar, bei der Drehorgelserenade gehört Peter David.

Wenn irgendwo Musik erklingt, dann hört Peter David genau hin. Der Familienvater hat früher selbst Instrumente gespielt, eine Trompete sowie eine sogenannte Naturtonfanfare beim Fanfarenzug Rot-Weiß Speyer. So blieb David gebannt stehen, als anno 2021 auf dem Weihnachtsmarkt in Köln eine Drehorgel seine Aufmerksamkeit erregte. „Alte Gefühle kamen hoch. Ich habe den Drehorgelspieler gefragt, wie das Instrument funktioniert und welche Lieder man damit spielen kann“, erinnert er sich.

Sein Künstlername ist „De Speyrer Drehorgel Bu“

Wenige Wochen darauf hat seine Frau bei den Kleinanzeigen in der RHEINPFALZ ein Inserat entdeckt, wonach ein Drehorgelspieler in Neuhofen sein Instrument zum Verkauf anbot. „Es handelte sich um eine Deleika 20/31 aus den 1980er Jahren“, sagt Peter David. Der Speyerer griff zu, denn die Drehorgel mit 20 Tönen und 31 Pfeifen aus Holz war relativ günstig. Zwei bis fünf Musikstücke sind auf einem Lochband, auch Notenband genannt, die den Luftstrom durch die verschiedenen Pfeifen des Instruments steuern.

Peter David spielte mit seiner Erwerbung so bekannte Stücke wie Westerland von den Ärzten und Santiano von der gleichnamigen Band bei unterschiedlichen Gelegenheiten: bereits zweimal bei der Drehorgelserenade im Speyerer Technik-Museum, beim Bauernmarkt und auf dem Weihnachtsmarkt in Speyer sowie bei einem Konzert in der hiesigen Dreifaltigkeitskirche. „Die Menschen, ob junge oder alte, bleiben stehen und sind begeistert“, sagt „De Speyrer Drehorgel Bu“, wie sein Künstlername lautet und auf der Zeichnung an seinem Instrument zu lesen ist.

600 Lieder auf Notenbändern

Inzwischen bedient Peter David eine Deleika 26/44, Baujahr 1984. Mit 26 Tönen und 44 Pfeifen hat sich sein Repertoire an Stücken erheblich erweitert. „Ich besitze schon 600 Lieder auf Notenbändern“, teilt er mit.

Für seinen Auftritt bei der Drehorgelserenade am 22. Februar im Technik Museum in Speyer hat er Stücke vorgeschlagen wie Perfect von Ed Sheeran, Can You Feel the Love Tonight von Elton John und den Militärmarsch Alte Kameraden. Die Organisatoren Corinna Siegenthaler (Technik-Museum) und Sina Hildebrand (Fachstätte, Kraichtal) nehmen die Auswahl vor.

Peter David spielt unentgeltlich und, falls er Zuwendungen erhält, für „den guten Zweck“, wie er sagt. Gekleidet wie ein Herr aus Berlin in den 1920er Jahren und in Begleitung eines (elektrischen) Papageis verzaubert auch er nun Zuhörer mit seiner Deleika 26/44, ebenso wie sein Vorbild auf dem Weihnachtsmarkt in Köln.

Gesundheitsfördernde Wirkung der Stimmung

Deleika, 1981 in Dinkelsbühl (Bayern) gegründet, informiert im Netz darüber, dass man alle Instrumente auf 432 Hertz stimme, also tiefer als der heute ansonsten übliche Kammerton a (440 bis 443 Hertz). Die gewählte Frequenz, die übrigens auch Giuseppe Verdi bevorzugte, könne einen Ausgleich zwischen unseren Gehirnhälften herbeiführen und habe somit eine gesundheitsfördernde Wirkung.

Neben dem musikalischen Programm erwartet die Gäste bei der Drehorgelserenade ein „All-Inclusive-Angebot mit einer Auswahl an Speisen und Getränken“, so das Museum. Die Veranstaltung ist ausverkauft und beginnt um 19 Uhr.

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