Speyer
Otterstadt: Remigiusbücherei weiter geschlossen
Die Remigiusbücherei in Otterstadt ist entgegen der Ankündigung im aktuellen Amtsblatt komplett geschlossen. Grund sind fehlende Rettungswege. Wann sie wieder eröffnet werden kann, ist noch unklar.
Dass die Bücherei in der vergangenen Woche an drei Tagen zwar eingeschränkt, aber geöffnet hatte, sei ein Missverständnis gewesen, sagte Leiterin Ute Straßer. Aufgrund des frühen Redaktionsschlusses sei die Meldung im aktuellen Amtsblatt falsch. Dort ist die Rede davon, dass der große Raum seit Sonntag, 5. Januar, wieder für die Ausleihe geöffnet sei. Die Kreisverwaltung habe jedoch die Nutzung aller Räume untersagt.
Die Bücherei unter der katholischen Kindertagesstätte Casa Vincentina wurde Mitte Dezember geschlossen, nachdem eine sogenannte Gefahrenverhütungsschau in der Kindertagesstätte stattgefunden hatte. Eine solche Begehung wird von der Kreisverwaltung durchgeführt, dabei wird der Brandschutz kontrolliert.
Eine Pressesprecherin der Kreisverwaltung teilte am Dienstag auf RHEINPFALZ-Anfrage mit, dass bei dieser Gefahrenverhütungsschau auch die Kellerräume besichtigt worden seien. „Dabei wurde festgestellt, dass sich in den Kellerräumen eine Bücherei befindet. Der erste Rettungsweg war aufgrund von Bücherregalen auf eine Durchgangsbreite von 75 Zentimetern reduziert. Ein zweiter Rettungsweg ist nicht vorhanden. Die Bücherei ist baurechtlich nicht genehmigt. Die Nutzung wurde mündlich untersagt“, heißt es von der Kreissprecherin. Wegen der Weihnachtsfeiertage und der Schließzeiten der Kreisverwaltung sei die mündliche Nutzungsuntersagung erst im neuen Jahr schriftlich bestätigt worden. Daraufhin musste die Bücherei komplett schließen.
Rettungswege schaffen
Laut der Kreissprecherin kann ein Raum erst wieder genutzt werden, wenn der Flur leer geräumt wurde – damit der erste Rettungsweg frei ist – und in dem Raum ein zweiter Rettungsweg durch ein stets öffenbares Fenster geschaffen wurde. Die Kreissprecherin nannte in diesem Zusammenhang ein Podest oder eine Trittleiter, über die der Raum durch das Fenster verlassen werden kann. „Sobald uns die Bestätigung vorliegt, dass die Maßnahmen ausgeführt sind, geben wir die Nutzung frei“, sagte sie. Die Möglichkeit, den zweiten Rettungsweg über ein Fenster zu schaffen, hatte Otterstadts Ortsbeigeordneter Jürgen Zimmer (parteilos) bereits gegenüber der RHEINPFALZ genannt, nachdem die Bücherei Mitte Dezember geschlossen wurde .
Der zweite Raum kann nach Darstellung der Kreisverwaltung nicht so schnell wieder genutzt werden. Für diesen Raum müsse ein Brandschutzkonzept erarbeitet werden. Dieses müsse aber durch den Träger der Bücherei über einen Sachverständigen veranlasst werden. Das Gebäude gehört der Kirche. Die Bücherei ist eine katholische öffentliche Einrichtung, die in Kooperation mit der Ortsgemeinde besteht.
Neue Angebote vorbereitet
Pfarrer Dominik Geiger zeigte sich am Dienstag auf Anfrage überrascht, dass der RHEINPFALZ bereits gesagt wurde, wie die Pfarrei vorgehen könne, um die Rettungswege zu schaffen. Der Pfarrei sei das noch nicht bekannt gewesen. „Wir müssen nun abwarten, was die Kreisverwaltung konkret schreibt“, sagt Geiger. Solange bleibe die Bücherei geschlossen. Der Pfarrer betont aber, dass alles daran gesetzt werde, die Bücherei wieder zu eröffnen, weil sie hervorragend ausgelastet und die einzige Bücherei in Otterstadt sei. Leiterin Ute Straßer hofft, dass die Bücherei wegen der Schließung keine Leser verliert. Sie sagt, dass sie und die anderen ehrenamtlichen Mitarbeiter derzeit zu Hause neue Bücher in das System einpflegen. Die neuen Bücher und neue Tonies-Hörfiguren für Kinder stünden bereit, wenn die Bücherei wieder eröffnet werden darf. Außerdem weist Straßer darauf hin, dass der für Sonntag, 26. Januar, angekündigte Spielenachmittag mit Spiele- und Kinderbuchflohmarkt der Bücherei stattfindet – er ist von 14 bis 17 Uhr im Remigiushaus.