Speyer
Otterstadt: Überarbeitung geplanter Erdöl-Bohrung nötig
Das Konsortium aus den Unternehmen Neptune Energy und Palatina Geocon muss den Hauptbetriebsplan für die geplante Erdöl-Erkundungsbohrung bei Otterstadt überarbeiten und neu beim Landesamt für Geologie und Bergbau einreichen. Das teilte die Behörde, die über die Zulassung des Projekts entscheidet, auf Anfrage mit.
Hintergrund ist, dass der Plan, der das Vorhaben beschreibt, vor zweieinhalb Jahren – im Juni 2016 – eingereicht wurde. Da das Genehmigungsverfahren viel Zeit in Anspruch genommen habe, sei der Plan nun nicht mehr aktuell, sagte Holsten Hübner, Leiter der Abteilung Bergbau beim Landesamt in Mainz. „Wir bewerten nicht etwas am grünen Tisch, was draußen dann ganz anders vorgeht“, sagte er und fügte hinzu, dass es beim Hauptbetriebsplan darum gehe, das Vorhaben so zu beschreiben, wie es durchgeführt werden solle.
Eigenständiges Projekt: Erkundungsbohrung bei Otterstadt
Mit Blick auf den Plan für die Otterstadter Erkundungsbohrung sagte Hübner, dass sowohl formale Angaben nicht mehr aktuell seien als auch dass sich in der Zwischenzeit technischen Anforderungen verändert hätten. Das Projekt müsse dem neuesten Stand der Technik entsprechen, sagte er. Außerdem sei denkbar, dass das Konsortium seine Erfahrungen aus dem Erdöl-Projekt in Speyer mit in den überarbeiteten Otterstadter Hauptbetriebsplan einfließen lasse, vermutete Hübner. Auf Nachfrage sagte er, dass das Konsortium beim Abteufen von Bohrungen in Speyer mehrfach Probleme gehabt habe. Laut dem Landesamt-Mitarbeiter sei es dem Konsortium aufgrund geologischer Begebenheiten nicht gelungen, mit den Bohrinstrumenten dorthin zu kommen, wo es hinwollte. Stefan Brieske, Pressesprecher von Neptune Energy, konnte Hübners Aussage am Montag nicht bestätigen. Er betonte aber, dass die Erkundungsbohrung bei Otterstadt ein eigenständiges Projekt mit eigenem Hauptbetriebsplan sei, das losgelöst von den Erdöl-Bohrungen in Speyer betrachtet werde. Mit Blick auf die geforderte Überarbeitungen des Hauptbetriebsplans sagte Brieske, dass es insbesondere darum gehe, die Namensänderung des Betriebsführers (jetzt Neptune Energy, vormals Engie), den angepassten Zeitplan sowie neue formale Vorgaben des Landesamts hinsichtlich der Gestaltung von Betriebsplänen zu berücksichtigen. Dass sich mittlerweile auch die technischen Anforderungen geändert hätten, konnte Brieske gestern nicht bestätigen. Er betonte aber, dass das Otterstadter Projekt auch mit dem überarbeiteten Hauptbetriebsplan dasselbe bleibe.
Mögliche Zulassung zur Jahresmitte erwartet
Laut dem Neptune-Sprecher soll der überarbeitete Plan im ersten Quartal 2019 beim Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB) eingereicht werden. Anschließend überprüfe das Landesamt den Plan auf Vollständigkeit und beteilige die Behörden, sagte LGB-Mitarbeiter Hübner. Mit Blick auf den Zeitplan geht er davon aus, dass eine Zulassung des Hauptbetriebsplans zur Jahresmitte erfolgen könne, wenn das Konsortium den überarbeiteten Plan nicht erst zum Ende des ersten Quartals einreiche und es keine Einwände von den Fachbehörden gebe. Wenn der Hauptbetriebsplan vom Bergbauamt zugelassen wurde, heißt das aber noch nicht, dass bei Otterstadt nach Erdöl gebohrt werden darf. Dann muss das Konsortium Sonderbetriebspläne für den Bohrplatzbau und die Bohrung vom LGB genehmigen lassen. Derzeit arbeite das Konsortium bereits an dem Sonderbetriebsplan für den Bohrplatzbau, sagte Brieske. Wann dieser beim LGB eingereicht werde, könne noch nicht gesagt werden. Im Anschluss an diesen Sonderbetriebsplan werde dann – eine Genehmigung vorausgesetzt – ein weiterer Sonderbetriebsplan für die Bohrung beim LGB eingereicht. Erst wenn diese Genehmigungsschritte erfolgreich durchlaufen wurden, könne das Konsortium mit der Bohrung bei Otterstadt beginnen. Wann das sein wird, konnte weder das LGB noch das Konsortium sagen.