Tennis
Oberliga: Damen des TC Weiss-Rot Speyer starten gegen TSC Mainz in Medenrunde
Die Medenrunde 2025 der Damen des TC Weiss-Rot Speyer stand unter keinem guten Stern. Verletzungen, kurzfristige Absagen und unglückliche Umstände sorgten dafür, dass sie am Ende auf einem potenziellen Abstiegsplatz standen, auch wenn sie die Klasse trotzdem hielten. In der kommenden Spielzeit wartet eine kaum leichtere Aufgabe, glaubt Trainer Roger Langknecht.
Bis zu fünf der acht Mannschaften in der Oberliga droht, je nach Saisonverlauf, der Abstieg. „Die letzte Saison war für uns eine Horrorsaison. Verletzungen, Krankheiten, teilweise konnten eingeplante Spielerinnen nicht kommen, weil sie noch in Turnieren gespielt haben. Einmal saß eine Spielerin auf der Autobahn fest, kam fünf Minuten zu spät und musste deshalb gestrichen werden. Wir hatten letztes Jahr schon zu knabbern. Das war aber auch ein bisschen Pech“, sagt der Trainer im Rückblick.
Verlust Stresnakova
Langknecht ereilten auch Abgänge. Jill Hassinger kehrt in ihre Heimat Bad Neuenahr zurück. Besonders weh tut der Ausfall der Slowakin Katarina Stresnakova, die ein Kind bekommt: „Sie hat ja kein Einzel und kein Doppel verloren. Das war für uns eine Sensation, weil sie auch eine so gute Doppelspielerin war.“
Die zwei internationalen Verstärkungen besetzt Speyer von Match zu Match aus dem Pool Mathilda Lollia, Marie Mattel, Ines Nicault (alle Frankreich), Lidia Encheva aus Bulgarien und Valeriia Artemova (Russland). Dazu kommt die Belgierin Chelsea Vanhoutte, die schon im vierten Jahr für WR aufschlägt.
Schwupps Samardzic
„Diese ausländischen Spielerinnen sollen uns verstärken, damit wir die Liga halten können. Das ist das Ziel“, sagt der Coach. Ausfälle kompensieren auch weiterhin die Nachwuchskräfte. Langknecht: „Wir haben da ein gewisses Reservoir, wo wir auch nachladen können. Außerdem haben wir drei Neuzugänge für diese Saison, die richtig top sind, Kristina Samardzic, Theodora Degelow und Charlotte Elsner. Charlotte kommt ursprünglich aus Bremerhaven, studiert aber in Mannheim. Theodora Degelow hat schon bei mir trainiert, als ich noch Chefcoach in Oppau war. Sie hat die letzten Jahre in Italien gelebt, ist jetzt aber wieder zurück in Deutschland. Kristina Samardzic wollte eigentlich erst zur nächsten Saison zu uns wechseln, hatte dann aber Stress in ihrem alten Verein und schwupps, haben wir uns gefreut, dass sie dieses Jahr schon für uns spielt.“
Der Kern der Mannschaft besteht weiter aus Mannschaftsführerin Alicia Mall, die gerade ihre erste Saison an der University of Memphis in den Vereinigten Staaten absolvierte, und Dana Heimen, die mittlerweile vier Spielzeiten in den USA zählt und 2025 am Flagler-College in Florida an Position eins im Damenteam spielte.
Neumer stark verbessert
Weiterhin gehört Romy Neumer zum Kader, die sich stark verbesserte. Das Personalpuzzle, das dem Trainer während der Saison bevorsteht, zerrt auch manchmal an seinen Nerven. Schließlich sei bei den internationalen Spielerinnen nur schwer zu kalkulieren, wie sie bei ihren Turnierteilnahmen unter der Woche abschneiden, und ob sie „rechtzeitig“ ausscheiden, um für Weiss-Rot aufzulaufen: „Wenn man mit Herz und Seele dabei ist, dann hofft man ja auch, dass die Mädels ein gutes Team haben und der Klub nach außen hin gut dasteht. Das ist dann schon nervig, und ich schlafe auch nicht ganz so gut während der Runde“, gesteht Langknecht.
Die Stärke der Liga im Jahr 2026 einzuschätzen, damit tut sich der Trainer nicht leicht: „Das wird immer schwieriger. Es ist wie ein Überraschungsei.“ Beim Verbandsligaspiel von Speyer II gegen Bad Ems fehlten alle zehn ausländischen Akteurinnen: „Schaut man die Meldelisten durch, gibt es eigentlich mit Trier und Sankt Ingbert nur zwei Mannschaften, von denen man sagen kann, sie sind schwächer besetzt.“ Neben zwei klaren Favoriten könne sich der Rest von Woche zu Woche gegenseitig schlagen. Dazu gehört auch der erste Gegner in der neuen Saison. Am Sonntag, 21. Juni, empfängt Weiss-Rot den TSC Mainz zum Auftakt der Medenrunde.