Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Neue Risikogebiete beraten gemeinsam

Verwaltungssitz Stadthaus: erneuter Beratungsbedarf in Speyer.
Verwaltungssitz Stadthaus: erneuter Beratungsbedarf in Speyer.

Am Montag war es soweit: Die Stadt Speyer und der Rhein-Pfalz-Kreis sind bei der Corona-Ampel von „Orange“ auf „Rot“ gesprungen. Der Wert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Bürgern binnen einer Woche ist überschritten. Die Stadt berichtet von hohen Positivraten und hat Befürchtungen.

„Angesichts der Testergebnisse aus dem Abstrichzentrum müssen wir davon ausgehen, dass die Inzidenz weiter steigen wird“, so Lisa Eschenbach, Pressesprecherin der Stadtverwaltung, auf Anfrage. Der Freitag als erster Tag, an dem das Abstrichzentrum in der Halle 101 im Spätjahr wieder geöffnet hatte, hatte eine „sehr hohe“ Positivrate bei den Testergebnissen mit sich gebracht: Am Montagvormittag lagen – bei insgesamt 81 Getesteten – die ersten 49 Befunde vor; 18 davon, umgerechnet 37 Prozent, seien positiv gewesen, sagte Eschenbach. Zehn Betroffene kämen aus Speyer, acht von außerhalb. Die anderen Ergebnisse lagen bis abends nicht vor.

Am Montag weitere Abstriche

„Die abgestrichenen Personen waren entweder Kontaktpersonen, symptomatische und vom Hausarzt überwiesene Personen oder solche, die über die Corona-Warn-App informiert wurden“, teilte die Stadt-Sprecherin mit. Auch 20 Reiserückkehrer seien darunter gewesen. Am Montag, 15 bis 18 Uhr, war der zweite Öffnungstag im Abstrichzentrum, zu dem zunächst noch keine Bilanz vorlag. Die Zahlen des Abstrichzentrums können von den für Speyer gemeldeten Corona-Fällen aus mehreren Gründen abweichen: Tests sind auch in Arztpraxen und in anderen Kommunen möglich, nach Speyer kommen auch Bürger der Umlandgemeinden und beim Daten-Abruf gibt es verschiedene Zeiten.

216 Corona-Fälle seit Pandemie-Beginn standen am Montag (Stand: 14.05 Uhr) für Speyer in der Statistik des Landes – das ist gegenüber dem Wochenende ein Plus von elf. 48 davon gelten noch als erkrankt. Der am Freitag mit 45,5 bezifferte Wert für Neuinfektionen in einer Woche bezogen auf 100.000 Einwohner war damit am Montagnachmittag für die Stadt Speyer auf 59,3 gewachsen (Rhein-Pfalz-Kreis 57,6; Kreis Germersheim 68,2). Für 79 Speyerer galt eine Quarantäne-Verfügung als Infizierte oder Kontaktpersonen.

Hoffen auf Entspannung

„Wir können die Zahlen ungefähr nachvollziehen, erheben sie jedoch nicht selbst“, sagte Stadt-Sprecherin Eschenbach. Am Montag gab es um 17 Uhr im Rathaus eine erste interne Beratung mit Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD), am Dienstag soll weiter beraten werden. Gerade am Montag ist eine neue Allgemeinverfügung in Kraft getreten, die unter anderem die Auflagen für Veranstaltungen und private Feierlichkeiten verschärft. „Hoffentlich bewirken diese strengeren Regeln etwas“, so Eschenbach. Es sei offen, ob erneut „nachgebessert“ werde.

Im städtischen Pandemiekonzept war die besonders problematische rote Stufe bereits bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 40 erreicht; bei mehr als 50 will sich die Stadt auf Vorgaben des Landes verlassen, hat aber auch dabei Handlungsspielräume. Maskenpflicht in der Innenstadt oder in Klassenräumen auch während des Unterrichts seien Möglichkeiten, sagte Eschenbach. Eine städtische Entscheidung dazu war am Montag noch nicht bekannt, einzelne Schulen haben aber ihre Regeln verschärft. „Einige Risikogebiete haben es gemacht, andere nicht“, so die Sprecherin zum Thema Maskenpflicht im öffentlichen Raum.

Zusammenhänge unbekannt

Dazu, ob es größere Zusammenhänge zwischen den Fällen gibt, seien der Stadt keine zuverlässigen Urteile möglich. Eschenbach verwies auf das zuständige Gesundheitsamt des Rhein-Pfalz-Kreises, das dazu am Montag nicht erreichbar war. Es hatte unter anderem mit Kontaktnachverfolgungen zu tun, nachdem am Montag mit Speyer, Frankenthal und dem Rhein-Pfalz-Kreis drei der vier von ihm betreuten Gebietskörperschaften in die Risiko-Kategorie gerutscht sind. Ludwigshafen gehört dieser schon länger an. Eschenbach kündigt für Dienstag Fachgespräche mit dem Kreis und den Frankenthalern an, „um gemeinsam weitere Maßnahmen abzustimmen“.

Kontakt

Personen aus dem Einzugsgebiet Speyer, die von der Nationalen Teststrategie des Bundesministeriums für Gesundheit erfasst werden, können sich montags, mittwochs und freitags jeweils zwischen 15 und 18 Uhr in der Halle 101, Am Neuen Rheinhafen 6, auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 testen lassen. Eine vorherige Terminvereinbarung unter Telefon 06232 600214 (montags bis freitags, 9 bis 13 Uhr), ist zwingend erforderlich.
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