Speyer
Neue Gastro-Ideen im Industriehof
Streetfood muss nicht ungesund sein, kein Pamp und erst recht nicht langweilig. Jürgen Schmidt, im eigenen Urteil ein Gourmet Zeit seines Lebens, ist davon zurecht überzeugt. In Hamburg, München und Amsterdam war er mit seiner Lebensgefährtin Johanna Becker unterwegs. Dort, wo das Leben pulsiert und wo es Streetfood-Läden an jeder Ecke gibt.
„Was ich am meisten mag, sind kleine Geschäfte, die Leute mit Herzblut betreiben“, betont Schmidt. Dazu zählt er seines, und dafür arbeitet er hart. Nicht nur regional und saisonal sollen die Produkte sein, die er in seinem „Streetfood-Urban-Catering“ anbietet, sondern auch speziell auf seine Geschmacksknospen abgestimmt.
„Er ist ein kleines Trüffelschwein, was Foodtrends betrifft“, beschreibt Partnerin Becker die Affinität ihres Partners zur prägnanten Küche – eine Auszeichnung für einen Quereinsteiger, der Schmidt ist. Einige gastronomische Stationen hat der Ur-Speyerer bereits hinter sich. Im Café-Bistro Maximilian war er sechs Jahre Assistent der Geschäftsleitung, in einem Golfclub auf Sylt war er Restaurant-Leiter. Gemeinsam mit seinem Bruder Robert kümmerte er sich zuletzt um den Betrieb von Kultimbiss Currysau samt Catering. Schon dort setzte Schmidt individuelle Noten, etwa mit Süßkartoffelpommes und Bio-Limonade.
Wurst aus der Manufaktur
Beides gibt es auch auf der außergewöhnlichen Karte in seinem eigenen Laden. „Ich verkaufe nur Produkte, die ich mit reinem Gewissen anbieten kann“, betont Schmidt. Dabei setze er auf die Zusammenarbeit mit kleinen Manufakturen. Die Wurst stamme beispielsweise vom Wurstwerk Krieger aus Waldsee, das Brötchen von einem Bäcker aus Neulußheim. In beiden Fällen gebe es keine künstlichen Zusätze, sondern „ehrliche Ware“.
Klein gehalten hat Schmidt die Speisekarte zum Auftakt. „Der musste sitzen, und wir haben jetzt Luft nach oben“, sagt er. Allein der „Hot Dawg“ ist ein Markenzeichen. „Übersetzt heißt das Kumpel“, erklärt Schmidt. Genau das sollen die Kunden beim Kauf empfinden und merken: „Streetfood muss nichts Schlechtes sein.“
Serviert werden die Gerichte – zu denen auch Vegetarisches und Veganes wie die Linsen-Pilz-Stew-Fritten oder Salat mit Tofu statt Schafskäse zählen – in sogenannten Bowls, Schalen also. „Wir haben auf Nachhaltigkeit geachtet“, untermauert Schmidt, der eine Halle, in der früher Autos repariert wurden, komplett eigeninitiativ umgebaut hat. Ein Mitarbeiter in Vollzeit und zwei stundenweise Aushilfskräfte unterstützen ihn im Lokal.
Neue Idee bei Foonax
Unweit des neuen Streetfood-Urban-Catering hat die bereits seit Längerem im Industriehof stationierte Foonax GmbH eine neue Idee entwickelt: den Industriehofgarten. Voriges Wochenende wurde der Biergarten erstmals geöffnet. „Wir hatten die Idee sehr früh ins Auge gefasst und uns mit den behördlichen Vorgaben auseinandergesetzt“, informiert Geschäftsführer Philipp Stadter auf Nachfrage.
Jetzt ist ein gemütlicher Außenbereich entstanden mit einem großen Zelt und einigen weiteren Sitzgelegenheiten. 60 bis 70 überdachte Plätze gibt es. Beim Wolkenbruch am Premieren-Wochenende waren die nötig. „In den Sommermonaten und für den im Moment zu überblickenden Horizont werden wir den Industriegarten in der Form freitags bis sonntags geöffnet lassen“, so Stadter. Mit großem Marketing hält er sich wegen der Corona-Richtlinien noch zurück. „Unser Credo: Lieber erst etwas weniger, um dann mehr zu machen.“
Öffnungszeiten
- Streetfood-Urban-Catering, Mittwoch und Donnerstag, 11.30 bis 14.30 Uhr und 17 bis 20 Uhr, Freitag bis Sonntag, 12 bis 20 Uhr.
- Industriehofgarten: Freitag, 16 bis 23 Uhr, Samstag/Sonntag, 12 bis 23 Uhr.