Speer Neue Bahntrasse: Stadt will kritisch bleiben
Bis Ende des Jahres könnte eine Vorentscheidung fallen, auf welcher Seite des Rheins zusätzliche Gleise verlegt werden sollen, so OB Seiler gegenüber den Stadtratsfraktionen. Danach werde es um die konkrete Trasse gehen. Die Stadt wolle eine neue Verbindung für den Güterverkehr nicht verhindern, müsse aber ihre Interessen frühzeitig vertreten, weil diese im Bereich Speyer „eine maßgebliche Beeinflussung“ wäre. Seiler rief zu einer Vernetzung der Gebietskörperschaften in der Region auf. Sie koordiniere diese zusammen mit dem Kreis Germersheim.
Bei der Deutschen Bahn wird das Projekt als „Neu- und Ausbaustrecke Mannheim–Karlsruhe“ bezeichnet und offiziell seit November 2020 verfolgt. „Die Planungen umfassen den Raum von Mannheim-Waldhof im Norden über die gesamte Rheinebene bis nach Karlsruhe im Süden“, erklärt eine Unternehmenssprecherin. Zunächst gehe es um mehr als 50 Varianten. Bis zu einem Dialogforum im Herbst 2022, bei dem auch die Kommunalverwaltungen dabei sind, solle die Anzahl auf zehn bis 15 ernsthaft in Betracht kommende Varianten reduziert werden.
„Sorgsame Einbindung“
Vorgegeben sind laut Bahn „eine möglichst geringe Belastung von Mensch und Umwelt, eine sorgsame Einbindung in die Landschaft und ein ausreichender Abstand zu Siedlungen“. Gesucht werde nun eine „Vorzugsvariante“ für den Streckenverlauf. „Diese soll bis Ende 2023 in ein Raumordnungsverfahren eingebracht werden“, berichtet eine Bahn-Sprecherin. Ein solches Verfahren würde voraussichtlich mehrere Jahre dauern und die Abwägung auch der Kriterien, die gegen einen Bau sprechen, umfassen.
Oberbürgermeisterin Seiler verwies auf Informationen, nach denen Speyer bei neun von 17 möglichen Trassenführungen eine Rolle spielt. Sie will nun „sensibilisieren, auch im Umland“. Aus dem Stadtrat kam Zustimmung zu dieser Vorgehensweise: „Wir müssen auf der Hut sein“, sagte Axel Wilke (CDU).
Im Netz
Informationen der Bahn über das Projekt unter www.mannheim-karlsruhe.de