Speyer Nazismus: nein

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„Ich bin, was ich bin. Ein deutscher Jude.“ So hat Norbert Elias sein Heimatgefühl in Herlinde Koelbls Ausstellung „Jüdische Portraits“ beschrieben. Inmitten der 26 eindrucksvollen Fotografien haben Schüler, Politiker und zahlreiche Besucher gestern Abend im Gemeindesaal der Synagoge „Beith Shalom“ zum 20. Mal der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Angesichts der rechtspopulistischen Entwicklungen in Deutschland, Europa und den USA habe der vom gerade verstorbenen Bundespräsidenten a.D., Roman Herzog, 1998 ausgerufenen Gedenktag nichts an Aktualität und Dringlichkeit verloren, betonte Thomas Sartingen, Leiter der katholischen Erwachsenenbildung der Diözese Speyer. Die vielen Besucher setzten ein Zeichen der Solidarität. Der jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz dankte er für die Gastfreundschaft. Vorsitzender Israel Epstein berichtete von seinem Vater, dem die Nationalsozialisten 27 Familienmitglieder genommen hätten. „Nazismus: nein“. Mit diesen Worten warnte Epstein vor einer Wiederholung des Grauens der Shoah. Er sei dankbar für das Berliner Mahnmal zur Erinnerung an die „schändlichste Zeit Deutschlands“, gab Oberbürgermeister Hansjörg Eger (CDU) denen mit auf den Weg, die in diesen Tagen eine „erinnerungspolitische Wende“ einfordern. „Auch in unseren Stadtmauern sind geistige Brandstifter unterwegs“, sagte er. Vor diesem Hintergrund sei es „wichtig und richtig“, der Erinnerungskultur gerecht zu werden und mit Gedenkstätten und Stolpersteinen Zeichen gegen das Vergessen von Terror und Gewalt zu setzen. Daraus ergebe sich auch der Auftrag, jenen, die vor Verfolgung, Krieg und Terror zu uns geflüchtet seien, einen sicheren Ort zu bieten, betonte Eger. Zuvor hatten Schüler der Edith-Stein-Schulen und des Hans-Purrmann-Gymnasiums an die Speyerer Juden Rosa Metzger, Sara Lehmann, Betty Blum und Alfred Cahn erinnert. Ihre Schicksale stellten die Schüler in den Mittelpunkt. Für sie und alle Opfergruppen entzündeten sie Kerzen. Musikalisch sehr bewegend wurde die Gedenkstunde von Lehrern, Eltern und Schülern des Nikolaus-von-Weis-Gymnasiums begleitet. Beim „Kaddisch“, dem jüdischen Totengebet, und dem von allen Teilnehmern gemeinsam gesungenen Schlusslied „We shall overcome“ konnten einige Besucher ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. |kya

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