Speyer
Nach ersten Corona-Fällen: Die Lage in den Asylunterkünften
Nachgewiesene Corona-Fälle in Speyer gab es am Donnerstag 48 (Vortag: 44). Aus der Asylunterkunft seien bislang keine weiteren Fälle bekannt, so Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler (SPD) am Freitag. Die beiden infizierten Personen sind laut Stadt mit ihrer Familie – insgesamt fünf Personen – in eine andere Einrichtung verlegt und dort in einem separaten Bereich unter Quarantäne gestellt. Darüber hinaus wurden die Familien mit Kindern – insgesamt 23 Personen – verlegt und ebenfalls unter Quarantäne gestellt.
Die Verwaltung begründet diese Konsequenzen damit, dass die Menschen in der Gemeinschaftsunterkunft nicht über separate Bäder oder Küchen verfügen. So könne kaum festgestellt werden, wer genau zu den Infizierten Kontakt hatte und wer nicht. „Wir werten deshalb alle Bewohner als sogenannte Kontaktpersonen der Kategorie 1 – direkter Kontakt – und ordnen für alle Quarantänemaßnahmen an. Die beste Lösung wäre, alle in eigenen Wohnungen unterzubringen“, so Stadt-Sprecherin Lisa Eschenbach.
Viele Fiebermessungen
Diese Personen würden jetzt täglich für Fiebermessungen aufgesucht – bislang ohne Auffälligkeiten. Abstriche für Covid-19-Nachweise würde es nur geben, wenn jemand Symptome zeigte. In der Engelsgasse waren 54 Personen untergebracht, so Eschenbach. In der städtischen Asylbewerberunterkunft im Birkenweg sind derzeit 45 Asylbewerber untergebracht. Unter diesen gibt es keine Verdachtsfälle. Mehrere 100 Personen sind es angrenzend an den Birkenweg in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes. Auch hier gilt laut Betreiber: keine Nachweise, keine Verdachtsfälle. Alle Neuankömmlinge kämen vorsorglich zwei Wochen in Quarantäne mit obligatorischer Temperaturmessung. Essen in der Kantine gebe es schon seit Wochen nur „to go“.
Das Land legt nach eigener Mitteilung auch großen Wert auf die Aufklärung der Flüchtlinge über die Richtlinien in Zeiten der Kontaktsperre: „Die Bewohner wurden und werden fortlaufend ausführlich über die nun bestehenden Verhaltensvorgaben informiert – selbstverständlich in mehreren Sprachen und mit Piktogrammen“, so Eveline Dziendziol, Sprecherin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion des Landes. Auf dem weitläufigen früheren Kasernengelände in Speyer-Nord könnten die Vorgaben gänzlich eingehalten werden: Sie nennt als Beispiele Abstandregelungen sowie die Vergabe von Terminen, um Wartezeiten in der Krankenstation oder bei der Taschengeld-Ausgabe zu vermeiden. „Beim Verlassen der Einrichtung werden die Menschen durch die Wachleute und durch Piktogramme nochmals auf die Abstandregeln hingewiesen.“