Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel „Musiker aus der Nachbarschaft“ bei Andacht in St. Gangolf

Stimmungsvoll: Andacht mit Musik in St. Gangolf bei Kerzenschein.
Stimmungsvoll: Andacht mit Musik in St. Gangolf bei Kerzenschein.

Die sechste und letzte musikalische Andacht des Jahres in der Kirche St. Gangolf in Dudenhofen war weihnachtlicher Klassik gewidmet. Musiziert wurde sie von einem Trio in sehr ungewöhnlicher Besetzung.

Die grandiosen „Musiker aus der Nachbarschaft“ waren Dominik Schneider (Tenor- und Baritonhorn), Charlotte Wulfert (Oboe) und Monika Döring-Wulfert (Klavier/Orgel). Texte trug Pfarrer Jens Henning bei. Ein Lichtermeer empfing die Besucher am dritten Advent. Sie erwartete ein außergewöhnliches Konzert im Kerzenschein.

Wulfert, Oboen-Solistin im Siegburger Musikkorps der Bundeswehr, brachte ihre Leidenschaft für Kammermusik musikalisch und körperlich zum Ausdruck. Döring-Wulfert, Klavierlehrerin an der städtischen Musikschule Speyer, schwelgte im Klang des elektronischen Pianos und der Orgel. Schneider, Hornist im Luftwaffenmusikkorps, entlockte seinem Instrument bisher nicht gehörte Töne. Das auf die Vorweihnachtszeit abgestimmte Konzertprogramm ist sorgsam ausgewählt. Komponisten aus dem Barock, der Romantik bis zur Moderne waren vertreten.

Zum Sonntag Gaudete

Henning stellte in seinen Texten am Sonntag Gaudete die Freude in den Mittelpunkt. Er berichtete vom Einzug der Königin von Saba, las Texte des früheren EKD-Vorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm, der ehemaligen EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann, Martin Luthers, des Dichters Matthias Claudius oder von Christoph Kardinal Schönborn, Erzbischof von Wien. Der Gaudete-Sonntag wurde mit einer rosafarbenen Kerze auf dem Adventskranz erhellt.

Mit viel Tempo und Gefühl entfaltete sich die Oboe im einem Klaviertrio von Beethoven als kleinstes, aber herausragendes Instrument im „Wulfert-Ensemble“. Im großartigen Zusammenspiel lobten die Musiker die großen Komponisten ihrer Zeit in den höchsten Tönen. Ihre adventliche Kammermusik war betörend, präzise, fehlerlos. Wie Perlen ließ Döring-Wulfert Noten in den Kirchenraum rieseln, bevor Henning die biblische Vision einer Welt ohne gesellschaftliche Unterschiede und Ausgrenzung verkündete.

Zum Weihnachtswunder

„Die Liebe, die Gott an die Stelle der Gewalt setzt“, sei der Schlüssel dafür, beschreibt der Pfarrer die frohe Botschaft kurz vor dem Fest der Liebe. Für Henning ist die Geburt des Kindes „ein Zeichen, das die Welt verändert“.

Robert Schumanns Romanze für Oboe und Klavier war die wunderbare musikalische Antwort auf offene Fragen zum Weihnachtswunder. Nicht minder passend hatte das Ensemble „Song For Lotta“ des 67-jährigen schwedischen Komponisten Jan Sandström ausgewählt. Schneider spielte wunderschön für Lotta, Döring-Wulfert begleitete dezent.

„Schafe können sicher weiden, wo ein guter Hirte wacht“: mit dieser Arie aus Bachs Jagd-Kantate erfüllten Wulfert und Döring-Wulfert den Kirchenraum mit der zauberhaften Melodie. Auf der Orgel-Empore jubelten sie den Zuhörern mit Musik von Tomaso Albinoni zu und durchfluteten St. Gangolf mit Zuversicht, Hoffnung und Freude.

Harmonischer Dreiklang

Weihnachtlich beendete das Wulfert-Trio die Andacht. Leise summen die Besucher unter ihren Masken „Adeste Fidelis“, „Ich steh an Deiner Krippen hier“ und „Now It’s Christmas“ mit und nehmen die Melodien und den harmonischen Dreiklang des Ensembles mit in den Abend.

Die rosa Kerze für den Sonntag Gaudete brennt.
Die rosa Kerze für den Sonntag Gaudete brennt.
Dominik Schneider (Tenor- und Baritonhorn) und Charlotte Wulfert (Oboe).
Dominik Schneider (Tenor- und Baritonhorn) und Charlotte Wulfert (Oboe).
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