Speyer Mozart gezeichnet und gespielt
Von heute bis Sonntag wird das vom Landauer Strieffler Haus der Künstler im vergangenen Jahr herausgegebene und im Landauer Knecht-Verlag erschienene Buch mit Max Slevogts Randzeichnungen zu Mozarts „Zauberflöte“ in mehrerer Gesprächskonzerten mit den Beteiligten vorgestellt. Konzerte deshalb, weil dem Band auch eine CD mit Musik aus der „Zauberflöte“ beiliegt.
Diese bringt freilich nicht die Komposition im Original, sondern in aparten Bearbeitungen und Variationen – mithin eine Paraphrase in Tönen, ganz so, wie Slevogts Zeichnungen eine solche mit dem Zeichenstift sind. Für den Textteil des Bandes, den die RHEINPFALZ am 6. Oktober des vergangenen Jahres in ihrer Wochenendbeilage ausführlich besprochen hat, zeichnet in der Hauptsache der Slevogt-Kenner Friedrich Diekmann verantwortlich. Das Geleitwort stammt von Albrecht Müller vom Förderverein des Strieffler-Hauses. Er ist gleichsam der geistige Vater des Projekts. Für die Musik zeichnen der Pianist und Essener Hochschulprofessor Bernhard Wambach, der lange in der Südpfalz und im angrenzenden Elsass gelebt hat, sowie der junge Koreaner Uschik Choi, der sowohl Klavier als auch Cello spielt, verantwortlich. Der Silberling, der dem Buch beiliegt, verbindet Beethovens zwei Variationenzyklen für Cello und Klavier über „Zauberflöten“-Themen – „Ein Mädchen oder Weibchen“ op. 66 und „Bei Männern, welche Liebe fühlen“, Werk ohne Opuszahl (WoO) 46 (diesem Duett ist das oben zu sehende Blatt gewidmet) – mit Klavierbearbeitungen von Nummern aus der Oper für Klavier zu vier Händen von Alexander von Zemlinsky. Aufgenommen wurden die Stücke am 5. August des vergangenen Jahres im Herrenhaus in Edenkoben. In beiden Fällen gelingen vorzügliche Wiedergaben. Besonders reizvoll sind die Stücke von Zemlinsky, die rund 100 Jahren nach denen Beethovens entstanden sind. Zemlinsky war nur drei Jahre jünger als Slevogt. Beide kannten sich über einen gemeinsamen Freund und schätzten sich. Die Klavierfassung des späteren Schwiegervaters von Arnold Schönberg sowie Lehrers und unglücklichen Verehrers von Gustav Mahlers Gattin Alma bleibt nahe am Original von Mozarts Notentext und macht im Grunde mit der Partitur das, was Max Slevogt mit der Bildwelt der „Zauberflöte“ macht: er reduziert sie auf ihre Essenz und bringt sie damit besonders prägnant auf den Punkt. Auch entspricht das Schwarz-weiß der Zeichnungen dem Spiel auf den schwarzen und weißen Klaviertasten. Das Betrachten der Zeichnungen Slevogts und das Hörer der Musik ergänzen sich dadurch in sehr schöner Weise. Sehr schön auch, dass das am Wochenende auch live möglich ist. Termine Termine der Gesprächskonzerte sind Freitag, 1. Februar, im Max-Slevogt-Gymnasium Landau, 18 Uhr, Samstag, 2. Februar, in der Friedenskirche Ludwigshafen, 19 Uhr, Sonntag, 3. Februar, im Landesmuseum Mainz, 11 Uhr, Sonntag, 3. Februar, in der Festhalle Heuchelheim, 18.30 Uhr.