Dudenhofen RHEINPFALZ Plus Artikel Motorradrennen: Märtz Deutscher Meister

Ein Mann und seine Honda: Danny Märtz..
Ein Mann und seine Honda: Danny Märtz..

Trotz eines Startunfalls holte sich Danny Märtz (Dudenhofen) beim Sechs-Stunden-Rennen zur deutschen Langstreckenmeisterschaft in Oschersleben den Sieg und damit den Titel in der Klasse Moto 1000.

Damit ging ein langersehnter Traum in Erfüllung. Der Weg zum Titel war für Märtz, der für den ADAC Pfalz und den MC Haßloch startet, kein leichter. Die Pandemie wirkte sich auf den Terminkalender aus. Die Anzahl der Rennen schrumpfte auf drei. Mangelnde Trainingsmöglichkeiten, technischer Ausfall und die Suche nach einem Ersatzfahrer kamen hinzu.

Mit Punktegleichstand in der Meisterschaft trafen sich dann Märtz und Philip Becker (Team Motorrad Center Altendiez) mit der Ducati-Crew Luxemburg zum Showdown in Oschersleben. Märtz und Becker wollten beim Kampf um den Titel nichts dem Zufall überlassen und suchten einen Kollegen. In letzter Minute sprang Dennis Heusch ein.

Das Neuland

Märtz: „Für Dennis war Oschersleben Neuland. Er hatte hier noch keinen Meter gefahren und kannte das Streckenlayout nur vom Papier.“ Das Trio entschied, Heusch jedes Training sowie das Qualifying fahren zu lassen: „Glücklicherweise kam Dennis mit dem Streckenverlauf sehr schnell zurecht, fand seine Linie und holte den sechsten Startplatz.“

Am Renntag übernahm Märtz den Le Mans-Start und die erste, heiße Phase der sechs Stunden: „Bei dieser Variante sprinten wir Fahrer nach dem Startsignal zu Fuß zu unserem Motorrad, welches auf der gegenüberliegenden Streckenseite vor der Boxenmauer von einem Mechaniker an uns übergeben wird. Dann starten wir, und los geht es.“

Glück gehabt

Nur um Haaresbreite entging Märtz einem Startunfall, verhinderte mit viel Geschick einen Sturz: „Ein Fahrer hatte beim Start die Kontrolle über sein Bike verloren und ist quer über die Bahn gestürzt. Dabei ist er ausgerechnet in die Seite meiner Honda CBR 1000 gekracht.“

Märtz: „Ich habe den Sturz aus dem Augenwinkel wahrgenommen, dachte, ich wäre vorbei, als mein Hinterrad plötzlich abhob. Sofort merkte ich den Antriebsverlust, sah die zerrissene Kette und bin mit letzter Kraft über den Rettungsweg zurück in die Boxengasse gerollt.“

Zeit verloren

Durch den Zwischenfall ging wertvolle Zeit verloren. Der Sieg schien in weite Ferne gerückt. Während Teamkollege Becker mit eineinhalb Runden Rückstand dem Feld hinterherhetzte, machte die Crew die Honda wieder einsatzfähig. Märtz übernahm den nächsten Stint.

Dabei hielt er sich kurzzeitig zurück: „Ich bin erst langsam gefahren, habe geschaut, ob alles funktioniert und der Rahmen keinen Schlag bekommen hat.“ Einige Runden später stellte der Dudenhofener den Anschluss an das Fahrerfeld wieder her.

Durchgepflügt

Märtz setzte die Aufholjagd fort, pflügte bis zur Halbzeit durchs Feld, erregte mit einem spektakulären Überholmanöver Aufsehen. „In der dritten Links nach Start und Ziel habe ich mich an IDM-Superbike-Pilot Jan Moor angebremst, bin innen vorbeigezogen. Moor zuckte kurz zusammen.“ Er sei wohl überrascht gewesen.

Im letzten Stint lief Märtz, den möglichen Sieg vor Augen, zur Höchstform auf. Mit einer Runde Vorsprung, der schnellsten Rundenzeit, gewann der Dudenhofener überlegen. Teamchef Stefan Schmidt aus Altendiez gratulierte dem Trio telefonisch.

Für den Dudenhofener ist der Titel der zweite große Erfolg in seiner bisherigen Rennsport-Karriere.

Die Zukunft

2018 punktete er einmal als Zwölfter in der Langstreckenweltmeisterschaft. Ende Oktober trifft sich der Champion nun mit Teamchef Stefan Schmidt, um über die Zukunftspläne zu sprechen.

Erfolgstrio: Dennis Heusch, Philip Becker, Danny Märtz (von links).
Erfolgstrio: Dennis Heusch, Philip Becker, Danny Märtz (von links).
x