Speyer Modernes mittelalterlich verpackt

Spielleute im Domgarten: Saltatio Mortis.
Spielleute im Domgarten: Saltatio Mortis.

Dass Mittelalter-Rock modern sein und aktuelle Themen aufgreifen kann, zeigt die Band Saltatio Mortis mit ihrem neuen Album „Brot und Spiele“, das heute erscheint. Am Samstag, 25. August, 21 Uhr, stehen die Musiker beim „Mittelalterlich Phantasie Spectaculum“ im Speyerer Domgarten auf der Open-Air-Bühne.

In ihrem elften Studiowerk greifen die acht Karlsruher Spielleute aktuelle Themen wie Fake News oder die Situation Europas auf. „Die Platte ist dieses Mal sehr bunt“, sagt Sänger und Gründungsmitglied Alea alias Jörg Roth. Benannt ist das Album nach einem Zitat des römischen Dichters Juvenal. Die Musiker begannen ihre Karriere auf einer kleinen Bretterbühne auf der Straße. Zwischen den Liedern nahm die Band Stellung zu zeitgenössischen Fragen wie ihre Vorgänger im Mittelalter: „Wir sehen uns als Spielleute der Moderne“, sagt Schlagzeuger und Haupttexter Lasterbalk der Lästerliche, der mit bürgerlichen Namen Timo Gleichmann heißt. Die kleine Bretterbühne haben Saltatio Mortis inzwischen gegen nationale und internationale Bühnen eingetauscht, aber der Bezug zu Themen, die die Mitglieder bewegen, ist geblieben. Die Musik der achtköpfigen Gruppe soll zum Nachdenken und Reflektieren anregen. Die Texte beziehen sich nicht nur auf aktuelle oder politische Themen, auch das Privatleben der Bandmitglieder spielt eine Rolle. „Man findet auf der neuen Platte eigene Reflexionen bis hin zum Trennungslied“, sagt Lasterbalk. „Es gibt Dinge, mit denen wir in der schnellen Zeit vorsichtig sein müssen, wie Fake News oder das Internet“, erklärt Lasterbalk weiter. So flackert im Musikvideo zu „Dorn im Ohr“ bei der Zeile „Doch wenn Dummheit unsere Welt bedroht“ das Gesicht des amerikanischen Präsidenten Donald Trump im Hintergrund auf. Der Song „Spur des Lebens“ beruht auf einem Brief, den Lasterbalk an sein nicht gezeugtes Kind geschrieben hat. Die Frage sei, ob in der momentanen Situation überhaupt ein Kind gezeugt werden sollte. „Die Welt steht an einem Scheideweg“, sagt der Schlagzeuger. Einen starken Kontrast zu „Spur des Lebens“ bildet „Nie wieder Alkohol“, der zum Mitgrölen und Tanzen einlädt. In zehn Jahren Bandgeschichte haben die Mittelalter-Rocker ihren Denkrahmen immer wieder neu definiert. Von negativen Kommentaren über ihre musikalische Entwicklung lassen sich die Karlsruher nicht beeinflussen: „Wir möchten uns die Freiheit erhalten, das zu machen, was wir wollen“, sagt Lasterbalk. Album und Termin —Saltatio Mortis: „Brot und Spiele“, erschienen bei Universal —Konzerte am Samstag, 25. August, 16.30 und 21 Uhr, beim „Mittelalterlich Phantasie Spectaculum“ im Speyerer Domgarten. Eintrittskarten gibt es an der Tageskasse.

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