Speyer Mit Mikro in der Badewanne

Stimmgewaltig, kompetent, humorvoll: Stefan Rosiejak (links) und Dirk Lunk unterhalten die Zuschauer während der Bahnrad-Meister
Stimmgewaltig, kompetent, humorvoll: Stefan Rosiejak (links) und Dirk Lunk unterhalten die Zuschauer während der Bahnrad-Meisterschaft .

«DUDENHOFEN.» Sie sind die Männer hinter den markanten Stimmen in der „Badewanne“. Informativ, fachkundig und mit etwas Humor halten Stefan Rosiejak und Dirk Lunk die Zuschauer während den Meisterschaftstagen der 132. Bahnrad-DM in Dudenhofen stets über das Geschehen auf der 250 Meter langen Zementpiste auf dem Laufenden.

Rosiejak (50) feiert sogar im Spargeldorf sein 30-jähriges Sprecher-Jubiläum. Für Lunk (57), seinen Cousin, sind die Bahnrennen im Spargeldorf zur zweiten Heimat geworden. Sie sitzen am Vormittag im Gasthaus „Zum Lamm“ und frühstücken. Während noch kaum ein Radsportler seine Runden dreht, hat für Rosiejak und Lunk der Tag in Sachen Radsport schon begonnen. Sie blicken in die örtlichen Tageszeitungen, sie recherchieren im Internet so manches Sportlerporträt und tauschen sich aus. Mittendrin auf ihrem Frühstückstisch liegt der Zeitplan des Tages. Sie sind mitten in der Vorbereitung auf ihren Einsatz als Sprecher der Deutschen Meisterschaft. „Wir sprechen uns stets ab, wer welche Disziplinen und Rennen moderiert“, erklärt Rosiejak. „Machst Du das Madison der weiblichen Jugend, dann mache ich die 1000 Meter bei den Männern“, meint Lunk. „Es gibt auch Wettbewerbe, bei denen wir im Wechsel gemeinsam moderieren und damit uns gegenseitig ergänzen“, erzählt Rosiejak. Sie verstehen sich blind, es ist auch nicht der erste gemeinsame Einsatz, den sie haben. Aber der Auftritt als Duo ist inzwischen eher seltener geworden. In diesem Jahr werden Rosiejak, der gelernte Zweiradkaufmann und Geschäftsführer des Radsportverbandes Nordrhein-Westfalen aus Herten sowie Lunk, der Vertriebskaufmann aus Marl, nur zweimal gemeinsam das Publikum aktuell über das Radsportgeschehen informieren. Neben den fünf Tagen in Dudenhofen haben sie nur noch das Profiradrennen in Münster als gemeinsames Projekt auserkoren. Dabei war es doch eher Zufall, dass Lunk den Weg zum Radsport-Sprecher fand. Als Rosiejak, der in den Glanzzeiten des deutschen Radsports bis zu neun Straßen-Rundfahrten moderierte und auch bei der Tour de France 2002 in Saarbrücken und im vergangenen Jahr in Düsseldorf als Sprecher im Einsatz war, feststellte, dass er nicht mehr alle Einsätze bewältigen konnte, bat er seinen Cousin, ihn zu unterstützten. Das hatte aber auch andere Gründe. Rosiejak ist auch als Kommissär des Weltverbandes international unterwegs. Lunk fand Gefallen an der Moderation und gehört inzwischen auch zu den gefragtesten Sprechern. Ganz besonders auf der Bahn, wo der 57-jährige selbst in hektischen Situationen den Überblick behält. Dafür hat er stets die Starterliste mit einigen zusätzlichen persönlichen Infos zu den Fahrern vor sich liegen. In der linken Hand das Mikrofon und in der rechten Hand einen Stift, um die entsprechenden Ergebnisse zu notieren. Dass sie dabei auch mal ins Schwitzen kommen, das bleibt nicht aus. „Das Wichtigste ist, dass wir stets ruhig und sachlich kommentieren. Manchmal sind auch bei uns Emotionen dabei“, verrät Lunk. Der Westfale ist in Dudenhofen nicht mehr wegzudenken, er ist inzwischen „die Stimme der Badewanne“ geworden. Egal, ob beim Finale der Vier-Bahnen-Tournee, dem Flutlichtsprint oder jetzt bei den Deutschen Meisterschaften. Er kann aber auch nach dem Rennen einen guten Weinschorle und auch die Pfälzer Gastlichkeit genießen. Sport

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