Speyer Mit Gamben im Garten der Lüste

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Werke von Hans Leo Hassler und weiteren Komponisten aus dem Venedig der Renaissance-Zeit standen am Mittwochabend auf dem Programm der „Internationalen Musiktage“ in der Speyerer Domkrypta. Mit dem Marais Consort waren fünf ausgesuchte Spezialisten für diese Klänge zu Gast.

Hasslers bevorstehender 450. Geburtstag am 26. Oktober bietet eine gute Gelegenheit, um seine Musik und die seiner Zeitgenossen in authentischer Interpretation zu hören. Der Komponist muss wohl ein echter Tausendsassa gewesen sein: Neben seinem Musikerberuf arbeitete er auch als Geldverleiher im großen Stil – oft an der Grenze der Legalität. Mit einer Suite aus Hasslers „Lustgarten“ begann das Marais Consort sein Konzert. Die vier Gamben entwarfen dabei eine warme und sinnliche Sonorität. Zwischen zartem Sehnen und Schwelgen sowie vital auftrumpfender Tanzlust öffnete sich wahrlich ein wunderbar klingender Garten der Lüste. Zu den vier Gambisten gesellte sich Ingelore Schubert am Orgelpositiv hinzu. Hasslers Toccata präsentierte sie in elastischer Rhythmisierung und verlieh dem Stück mit kleinen Beschleunigungen Lebendigkeit. Feinste klangliche Abstufungen erhielten Hasslers Kanzonen zwischen Innehalten und tanzender Lust. Von Andrea Gabrieli präsentierte das Ensemble ein fröhlich tanzendes Ricercar in volksmusikalischer Melodik, um anschließend zwei Kanzonen aus Giovanni Gabrielis Feder folgen zu lassen: Tönte die erste wie ein Liebeslied, kam die zweite in lebhaft federndem Tanzschwung daher. Drei Madrigal-Kanzonetten Hasslers erklangen in instrumentaler Innigkeit, reich an Verzierungen und mit rhythmisch schwingendem gemeinsamem Atem. Exquisite Musik von Adriano Bachieri war zudem zu hören, so seine „La Organistina bella in echo“, als die Organistin in neckischen Echomelodien auf ihre Kollegen antwortete. Auch in einer Toccata von Aurelio Borelli begeisterten vergnügte Wechsel zwischen Orgel und Gamben, launig und schwungvoll musiziert. Reich verziert ließen die Gambisten „La Guamina“ folgen. Saftig und klangsatt ertönte „La Cromatica“ von Gioseffo Guami. Seidige Klänge ließen die Musiker an den Diskant- und Bassgamben hören,. Sie formten wunderbare Gesänge in Cesario Gussagos Sonatas, festlich gestimmt in freudigem Tanzschwung von „La Leona“.

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