Speyer Mehr als 6000 Euro erlaufen
«Westheim.» Blasenpflaster an den Füßen und eine Narbe über dem rechten Auge zeugen von der vierten Tour des Westheimer Spendenwanderers Wolfgang Fried. Vor wenigen Tagen ist er von seiner Wanderung nach Hamburg zurückgekehrt – wie geplant mit dem ICE. Der Hinweg zu Fuß ging über 28 Tagesetappen mit insgesamt 630 Kilometern. Unterm Strich stehen bis jetzt mehr als 6000 Euro Spende für das Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen.
Bis jetzt. Denn Fried hofft, dass noch einige Euro zusammenkommen. Das Fernsehen hat über seine Tour berichtet, am Sonntag um 10.30 Uhr gibt es einen Empfang im Westheimer Bürgerhaus. Und natürlich sorgt die RHEINPFALZ, die regelmäßig über die Wanderungen des Westheimers berichtet, für Publicity. Natürlich schwingt bei seinen Wanderungen mit Rucksack und Zelt auch Abenteuerlust mit. Für den Spendenerfolg sind sie aber notwendig, ist er überzeugt. „Wenn Du einfach nur sammeln gehst, kommt viel weniger zusammen, als mit einer spektakulären Aktion. Die sorgt für Aufmerksamkeit.“ Aufmerksamkeit hatte er auf der Strecke, die grob dem Autobahnverlauf Mannheim, Darmstadt, Frankfurt, Kassel, Hannover, Hamburg folgte, auch ungewollt. In Frankfurt stolperte er über ein Loch im Gehwegpflaster, stürzte, zog sich die Wunde über dem rechten Auge zu – und zerbrach die Brille. „Mir haben aber gleich Leute geholfen“, erzählt er. „Der Cut wurde mit fünf Stichen genäht, den Rest der Tour habe ich mit einer Einwegbrille zurückgelegt.“ Der Cut sorgte für eine weitere ungeplante, aber nette Begegnung. In Kassel ging er wahllos zu einer Ärztin, um die Fäden ziehen zu lassen. Die erkannte seinen „Speyerer“ Dialekt – und stellte sich als Dr. Siegrun Schatek aus Speyer vor. „Unterkunft war nie ein Problem“, erzählt Wolfgang Fried. „Ich habe ja nur zwei Quadratmeter für mein Zelt gebraucht.“ Oft gab es stattdessen sogar ein kostenloses Zimmer oder auch Verpflegung; auf Campingplätzen wurde dem Spenden-Wanderer die Gebühr erlassen. Ein großes Plakat auf seinem Rucksack weist Fried auf seinen Touren als Spendensammler aus. Diesem Plakat ist auch die spontane 50-Euro-Spende einer australischen Familie zu verdanken. Nach dem Besuch der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen sprach ihn der Australier an, ließ sich das Plakat übersetzen – und zückte den Geldbeutel. Unvergessen werde der Anblick des Hamburger Hafens mit der Skyline der Stadt bei der Ankunft bleiben. „Ich war vorher noch nie in Hamburg. Das war überwältigend.“ Überwältigend sicher auch wegen des Empfangs einerseits von Repräsentanten der Stadt, andererseits von Ehefrau und Freunden aus Westheim, die extra angereist waren. Nach ein paar „unvergesslichen Tagen“ in der Hansestadt ging es mit dem ICE Richtung Heimat. Und in Gedanken schon zum nächsten Ziel? „Na ja, eine Idee hätte ich schon“, sagt der 63-Jährige und lacht. Aber erst ist mal Pause. Zwischen den Spenden-Wanderungen nach Duffel/Belgien, Rom, Berlin und Hamburg lagen ja auch immer zwei oder drei Jahre. Spendenkonto Wolfgang Fried, IBAN DE49 5479 0000 0001 4312 26, Verwendungszweck: Wanderung Kinderhospiz Sterntaler Dudenhofen .