Speyer „Man hätte mit mir sprechen können“

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Dudenhofen. Hans Dieter Mnich ist Pächter eines Grundstücks am Speyerbach in Dudenhofen. Als er vor ein paar Tagen dorthin kam, staunte er nicht schlecht: Zwei Eichen, die auf seinem gepachteten Boden am Gemeindeweg wuchsen, wurden abgesägt. Das hat Ortsbeigeordneter Roni Zürker (CDU) veranlasst. Mnich fordert eine Entschuldigung von Zürker, sonst will er ihn wegen Sachbeschädigung und Diebstahl anzeigen.

Die beiden Bäume, die laut Mnich etwa zehn Jahre alt waren, hat der 65-Jährige auf dem gepachteten Grundstück gepflanzt. Sie waren etwa vier Meter hoch. Gestört hätten sie die Landwirte, die mit ihren Maschinen den Gemeindeweg benutzen, erzählt Mnich. Er ärgert sich darüber, dass er nicht informiert wurde. „Ich bin seit 15 Jahren Pächter, man hätte mit mir sprechen können“, sagt Mnich und ergänzt, dass es ihm um die Anmaßung gehe, einfach etwas zu beschließen, ohne ihn vorher gefragt zu haben. Wenn mit mir gesprochen worden wäre, hätte ich die Bäume auch weggemacht, sagt Mnich. Um Einverständnis hat Ortsbeigeordneter Roni Zürker nicht Mnich, sondern den Verpächter des Grundstücks gefragt. Dieser wohnt nicht in Dudenhofen und war nur für einen Geburtstag im Ort, bei dem er auf Zürker traf. „Ich hatte den Eindruck, dass die Bäume Wildwuchs sind, weil sie außerhalb des umzäunten Grundstücks standen“, erklärt der Ortsbeigeordnete auf Anfrage der RHEINPFALZ. Ausschlaggebend für die Entscheidung, dass die Bäume wegmüssen, ist die Tatsache, dass sie nur knapp einen Meter vom Gemeindeweg entfernt standen. Zürker, der selbst Landwirt ist und dem Bauernverein Dudenhofen vorsteht, betont, dass die Bäume nicht nur für die Landwirte entfernt wurden, sondern für jeden, der den Weg benutze. Auf die Frage, warum er nicht mit Pächter Mnich gesprochen habe, antwortet Zürker, dass für ihn der Eigentümer, also der Verpächter, zuständig sei. Für eine Entschuldigung bei Mnich sieht der Ortsbeigeordnete keinen Grund, zum einen, weil es zu einem „heftigen Gespräch“ zwischen beiden gekommen sei, und zum anderen, weil er mit dem Verpächter gesprochen habe. Für den Fall, dass sich Zürker nicht entschuldigt, will Mnich ihn wegen Sachbeschädigung und Diebstahl anzeigen. Denn außer, dass seine Bäume abgesägt wurden, wurde auch das Holz mitgenommen. Zudem bezweifelt der 65-Jährige, dass Zürker überhaupt hätte entscheiden dürfen, dass die Bäume wegmüssen. Denn der Bauhof, der die Bäume entfernt habe, falle nicht in den Zuständigkeitsbereich des Ortsbeigeordneten. Außerdem hat sich Mnich bei der Kreisverwaltung als untere Naturschutzbehörde informiert, wo er gesagt bekommen habe, dass die Bäume nicht ohne die Erlaubnis der Behörde hätten entfernt werden dürfen, weil das Grundstück Ackerland sei und nicht mehr im Ort liege. Ortsbürgermeister Peter Eberhard (CDU) sagte auf Anfrage, dass in diesem Fall möglicherweise die Kreisverwaltung als untere Naturschutzbehörde hätte eingeschaltet werden müssen. Allerdings wäre er „bei den Bäumchen“ nicht auf die Idee gekommen. Eberhard gibt zu, dass das Ganze „unglücklich gelaufen“ sei. Er macht aber deutlich, dass die Bäume hätten entfernt werden müssen, weil sie nicht wie vorgeschrieben vier Meter Abstand zur Grundstücksgrenze und somit zum Gemeindeweg hatten. Dass sich der Ortsbeigeordnete darum gekümmert habe, sei üblich. „Wir führen jedes Jahr Gespräche mit den Bauern, ob die Durchfahrbarkeit der Feldwege gewährleistet ist. Der Ortsbeigeordnete weiß Bescheid, weil er auch Landwirt ist, und kümmert sich deshalb darum“, erklärt Eberhard. Er gibt zu, dass es im Nachhinein besser gewesen wäre, den Pächter anzuschreiben und aufzufordern, die Bäume zu entfernen, weil sie in Zukunft Probleme machen werden. Als Ausgleich hat Eberhard Mnich einen Obstbaum und einen halben Ster Holz versprochen, wenn er von einer Anzeige absieht. Mnich ist „aufgrund des Einsatzes von Herrn Eberhard“ gewillt, das Angebot anzunehmen. Eine Entschuldigung von Zürker will er aber trotzdem, sonst werde er das Angebot ablehnen und den Ortsbeigeordneten anzeigen. |nhe

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