Speyer
Mack-Usselmann-Stiftung: Aktive Förderung für kreatives Schaffen
Die Elisabeth Mack-Usselmann und Dr. Michael Mack Gedächtnisstiftung bewahrt und würdigt das Lebenswerk der Künstlerin Elisabeth Mack-Usselmann und ihres Sohnes, des Wissenschaftlers Dr. Michael Mack. Elisabeth Mack war die letzte Meisterschülerin des Brücke-Malers Erich Heckel und verband in ihrem Schaffen expressionistische Tradition mit einer eigenständigen Handschrift. 2020 ist die Künstlerin, die von 1960 bis zu ihrer Pensionierung 1985 Kunstlehrerin am Edith-Stein-Gymnasium in Speyer war, im Alter von 93 Jahren verstorben.
Ihr Sohn Michael Mack, der nach seiner Promotion an der Universität Cambridge im angelsächsischen Sprachraum eine umfangreiche Lehr- und Forschungstätigkeit entfaltete, wirkte unter anderem an den Universitäten Chicago, Calgary, Sydney, Reading und Nottingham und war zuletzt als Associated Professor am Department for English Studies der Universität Durham in England tätig. Sein ausschließlich in englischer Sprache publiziertes wissenschaftliches Werk deckt ein breites Spektrum der europäischen Philosophie- und Literaturgeschichte ab.
Kunstdepot als Schaufenster
In Mack’s Kunstdepot in der Gilgenstraße lagert eine umfangreiche Sammlung – mehr als 1000 Werke und Dokumente von Elisabeth und ihrem Sohn, darunter Skizzen, Manuskripte, Publikationen, persönliche Objekte und Ausstellungsverzeichnisse. Das Kunstdepot ist öffentlich zugänglich und kann nach Absprache besichtigt werden. Eine kuratierte Audio-Führung auf der Website der Stiftung bietet Einblicke in die Sammlung. In der diesjährigen Kulturnacht wurden im Kunstdepot neue Leihgaben präsentiert – darunter Wandteppiche und eine signierte Lithografie von Erich Heckel, ergänzt durch moderne Werke Elisabeths, wie das Triptychon „Palatinischer Gesang“. Diese Ergänzungen verdeutlichen, wie stark das Werk der Stifterin mit der lokalen Kunstszene und städtischen Identität verknüpft ist.
Ein großer Teil des Stiftungskapitals kommt aus dem Verkauf von Mack-Usselmanns Privathaus in Römerberg. Die 2021 gegründete Stiftung hat nach Aussagen ihres Vorsitzenden Winfried Sommer drei Förderschwerpunkte: Depressionsprävention und -therapie, Bildende Kunst sowie Philosophie und Kulturanthropologie. „Aus diesen Themenfeldern suchen die Mitglieder des Kuratoriums geeignete Förderprojekte aus, über die die Stiftung im Sinne ihrer Stifter in die Öffentlichkeit hineinwirkt“, sagt Sommer.
Vorschläge für Förderungsprojekte erwünscht
Dazu zählen die 2022 erfolgte Gründung des „Bündnisses gegen Depression Vorderpfalz“, die Einrichtung von sogenannten „MUS-E“-Klassen ab 2023 an Schulen in Speyer und im Rhein-Pfalz-Kreis (www.mus-e.de), die Förderung von Philosophieprojekten in Grundschulen und Gymnasien und die Förderung beziehungsweise Auszeichnung von einzelnen Forschungsprojekten und herausragenden Persönlichkeiten aus den drei Förderungsbereichen, insbesondere auch aus dem Bereich der Bildenden Kunst.
Instrumente zur Umsetzung des Fördergedankens der Mack-Stiftung sind laut Winfried Sommer unter anderem der seit 2022 jährlich vergebene, mit 10.000 Euro dotierte Mack-Preis sowie das im September 2025 erstmals durchgeführte Internationale Mack-Symposium. „Vorschläge für Förderungsprojekte aus der Öffentlichkeit sind erwünscht und können direkt dem Vorstand unterbreitet werden. Direkte Bewerbungen sind nicht möglich“, sagt der umtriebige Stiftungsvorsitzende.
Die Serie
Die RHEINPFALZ stellt die Stiftungen, die sich am ersten Speyerer Stiftungstag am 1. Oktober, 16 bis 20 Uhr, in der Stadthalle beteiligen, in dieser Serie vor. Wie engagieren sie sich für die Gesellschaft? Dabei handelt es sich nicht um alle Speyerer Stiftungen, sondern um einen beispielhaften Ausschnitt aus einer vielschichtigen Landschaft.