Speyer „Leckere knusprige Hähnchen esse ich gerne“
Zum zwölften Mal feiern die Geflügelzüchter am Wochenende in der Dudenhofener Zuchtanlage ihr traditionelles Hähnchenfest. Ellen Korelus-Bruder hat mit Kassenwart Gerhard Kurzenhäuser (62) über Hühner auf der Stange, Lust an der Zucht und Hähnchen auf dem Grill gesprochen.
Das passt durchaus. Leckere knusprige Hähnchen esse ich oft und gerne. Haben Sie kein Mitleid mit Geflügel am Grill? Ehrlich? Nein. Tiere aus den eigenen Beständen muss der Züchter auch schlachten können. Sonst würden es zu viele. In der Natur regelt sich das von selbst. Im Hühnerstall muss der Mensch eingreifen. Sind es auch Exemplare der Züchter, die sich am Wochenende im Geflügelzuchtverein am Grill drehen? Nein. Die würden für die erwarteten Besucher auf keinen Fall reichen. Aber sie können trotzdem mit wirklich gutem Fleisch rechnen. Was passiert denn überhaupt mit überzähligen, alten oder kranken Hühnern? Unser vereinseigener Tierarzt kümmert sich regelmäßig um die Gesundheit unseres Federviehs. Nur die, die nicht mehr zu retten sind, schlachten wir. Wie lange sind Sie schon dabei? Mein Vater hat mich 1983 in den Verein geholt. Von ihm habe ich das Züchten gelernt. Anfangs habe ich ihm nur geholfen. Seit dem Jahr 2000 bin ich regelmäßig dabei. Wie viele Hühner und Hähne sind hier untergebracht? Genau kann ich das nicht sagen. Außer Enten, Gänsen und Tauben – einmal jährlich – wird unser Geflügel regelmäßig im Drei-Monats-Rhythmus geimpft. Im Juni waren es 820 Hühner und Hähne. Und wie viele Hühner leben ihrer Parzelle? Ich hatte schon mehr als 100 Australorps. Das ist eine australische Haushuhnrasse. In diesem Jahr sind es nicht so viele wie sonst. 25. Wann legen sie mehr Eier: vor oder nach dem Fest? Jede Rasse legt unterschiedlich viele Eier. Durchschnittlich sind es zwischen 150 und 180 Eier pro Jahr und Henne. Meine legen 220 Eier jährlich. Wie erklären Sie die Faszination für die Hühnerzucht? Es ist wie bei allen Sportarten: Wenn sich der Erfolg einstellt, will man weitermachen. Für mich ist es einfach schön, wenn die Tiere prämiert werden. Lob vom Verband tut gut. Das entschädigt für tägliches Füttern, Sauberhalten und Kümmern. Das macht sich nicht von alleine. Hühnerzucht ist viel Arbeit, die sich lohnt. Jedes Huhn hat seinen eigenen Charakter. Manche sind sehr zutraulich. Sie fressen mir aus der Hand oder wollen kuscheln. Sind Hühner eigentlich gesellig? Einige schon. Wenn man sich mit ihnen abgibt und viel mit ihnen redet, kommt immer eine Reaktion. Mag das Federvieh das Fest? Das ist Publikum gewöhnt. Auch an ganz normalen Tagen kommen viele Familien mit Kindern. Schlimm sind für unsere Tiere nur Hunde, die gegen ihre Volieren springen. Reagieren sie mehr auf Rock- oder Blasmusik? Keine Ahnung. Aber ich habe schon gehört, dass manche Tiere Opern mögen. Ich habe das noch nicht ausprobiert. Zeigen Hühner Reaktionen auf das Feuerwerk? Nein. Wenn das abgefeuert wird, sind sie längst im Stall und schlafen. Ein Dutzend Geflügelzuchtverein-Feste haben sie nach dem Wochenende hinter sich. Wie geht es weiter für die zahlenden und gefiederten Mitglieder? Wir sind sehr aktiv in Stadt und Gemeinde. Zum Beispiel beteiligen wir uns jedes Jahr an der Kirchweih in Dudenhofen. Im Oktober ist Geflügelschau in der Festhalle. Manche unserer derzeit 80 Züchter gehen mit ihrem Geflügel auf Tour zu Kreis- und Landesschauen. Bei uns ist eben immer was los. Programm Festbeginn am Samstag, 13. August, 11 Uhr beim Geflügelzuchtverein im Boligweg in Dudenhofen. 17.30 Uhr: Auftritt der Kaninhop-Gruppe „Happy Hoppers“ aus Lachen-Speyerdorf. Kaninchen-Europa- und deutsche Meister präsentieren die Sportart aus Schweden gemeinsam mit ihren Züchtern auf einem speziellen Parkour. 18 Uhr: Fassbieranstich mit Ortsbürgermeister Peter Eberhard (CDU). Anschließend Musik mit „Manne“. 22.30 Uhr: Feuerwerk. Der Fest-Sonntag, 14. August, wird um 11 Uhr mit einem Frühschoppen eröffnet. Musik: Blaskapelle Dudenhofen. |kya