Speyer „Langsam sind wir die Könige“
„Connected to care“ lautet der Titel eines Projekts, das die BASF zur Stärkung von Teamgeist, sozialen und fachlichen Kompetenzen 2015 gestartet hat. In Speyer profitiert davon das Kinder- und Jugendtheater. Im vierten Jahr in Folge haben gestern Mitarbeiter des Ludwigshafener Chemieunternehmens Einsatz für die gute Sache gezeigt – diesmal in der Heiliggeistkirche, um bei deren Umgestaltung in eine Theaterspielstätte zu helfen.
Nicole Schneider vom Theaterbüro ist hin und weg. Rund 35 Personen stehen am Donnerstagmorgen parat, um Pinsel in die Hand zu nehmen, zu bohren, zu schleppen, zu verladen und etliche Arbeiten mehr umzusetzen. „Langsam sind wir die Könige bei dem Projekt“, freut sie sich mit Blick auf die Gesamtanzahl ehrenamtlicher Einsätze der „Aniliner“. In Zahlen heißt das: Dem städtischen Kinder- und Jugendtheater werden in diesem Jahr 1192 Arbeitsstunden zur Verfügung gestellt. „Das ist eine dreiviertel Stelle für uns“, macht Schneider deutlich. Bereits Anfang September waren die BASF-Mitarbeiter für die Kulturtreibenden im Einsatz, die aufgrund einer umfassenden Sanierung ihrer bisherigen Spielstätte Alter Stadtsaal seit dem Sommer im Dauereinsatz sind: Das Bauprojekt verzögert sich, sie werden für ein Jahr in die Ex-Kirche ausgelagert (wir berichteten). Jetzt wurde da angeknüpft, wo damals aufgehört wurde. „Wir möchten die Tage möglichst sinnbringend füllen“, sagt Schneider. Ein Blick ins Innere der Heiliggeistkirche lässt Betriebsamkeit erkennen. In drei Teams sind die Helfer am Werk. Die einen kümmern sich um die Fertigstellung von Vogelhäuschen für Aufführungen der Theatergruppe Prisma, die anderen weißeln fleißig bereits ausgeschnittene Engel. Für diese werden Paten gesucht, so Schneider: An Eigenheimen der Speyerer sollen sie nämlich zu Werbeträgern für das Theaterstück „Donnerwetter“ werden, das ab 22. November gezeigt wird. Im gesamten Kirchenraum und im Hof herrscht Leben an diesem Tag. Neben den Vorbereitungen für das Bühnenbild und die Ausgestaltung des neuen Theaterraums wird das „Kabuff“, wie Schneider einen Büroraum am Ende des Hofs bezeichnet, ausgeräumt. Sie ist zufrieden mit den Fortschritten. Der bisher im Alten Stadtsaal aufgehängte schwarze Brandschutzvorhang fällt bereits in langen Bahnen von der Kirchenempore gen Boden. Froh ist Schneider auch über die Hilfe des Fördervereins und von Sponsoren. In die neue Spielstätte müsse man sich hineinfinden, meint die Theaterfrau. Persönlich finde sie diesen Raum „total gut“. Außerdem komme die Stadt an der Renovierung des Stammhauses nicht vorbei: Während die Helfer in der Heiliggeistkirche werkeln, sind die Arbeiten dort ebenfalls im Gange. Die Decke ist entfernt. Dank der fleißigen Hilfe gestern ist klar: Erste Aufführung des Kinder- und Jugendtheaters in der Heiliggeistkirche wird am 4. November das Stück „Nur ein Tag“.