Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Konzerte des RockChors

Er singt wieder: der RockChor Speyer unter Joe Völker.
Er singt wieder: der RockChor Speyer unter Joe Völker.

Die für 2020 geplanten und wegen Corona abgesagten Konzerte des RockChors zu dessen zehnjährigem Bestehen gingen jetzt in der Stadthalle über die Bühne.

Geplant waren die zwei Konzerte des RockChors Speyer schon vor drei Jahren. Aber wenige Tage vor den Auftritten

zum zehnjährigen Bestehen im März 2020 schlug Corona zu und alles musste im letzten Moment abgesagt werden.

Drei Jahre später steht der RockChor erneut mit einem abendfüllenden Programm in der Stadthalle auf der Bühne.

Am Wochenende hat der RockChors Speyer, hochmotiviert und stimmgewaltig, mit zwei Konzerten in der Stadthalle gezeigt, dass er Covid längst hinter sich gelassen hat. Elton Johns „I’m still standing“ („Ich stehe immer noch“), die Eröffnungsnummer des neuen Programms, bekommt damit fast programmatische Bedeutung für das Konzert. „Das Tal der Tränen ist überwunden“, aber „es fühlt sich immer noch ein bisschen so an wie neu laufen lernen,“ so hat es Chorleiter Joe Völker vor großem Publikum formuliert.

Mitsingen und Mitmachen

Gut, dass der RockChor in der für den Chorgesang so schwierigen Corona-Zeit nicht aufgegeben hat. Schon nach wenigen Nummern ist beim aktuellen Konzert wieder die Begeisterung zu spüren – auf der Bühne und im Publikum. Denn Chorleiter Joe Völker gelingt es schnell, Chor und Band anzuspornen und die Zuhörer im voll besetzten Saal der Stadthalle zum Mitsingen und zum Mitmachen zu animieren. Da kommt es schon mal vor, dass 500 Zuschauer den Rhythmus eines Rocksongs mitstampfen und den Boden der Halle zum Schwingen bringen.

Mit Songs der Scorpions, von Manfred Mann, Green Day, Mother’s Finest, Coldplay, Bon Jovi, den Foo Fighters, Chris de Burgh und Deep Purple hat der Chor mittlerweile viele große Rock-Nummern im Repertoire, überrascht aber auch durch Vielseitigkeit im Programm und Ausflüge ins klassische Fach. Bourée von Johann Sebastian Bach oder der fulminante Säbeltanz des armenischen Komponisten Aram Chatschaturjan sind ganz nebenbei ein Beweis dafür, dass der Chor mit Bach auch eine ganz andere Stilistik als die Rockmusik beherrschen kann.

Erfolgreich wie eh und je

Natürlich dürfen zwei Songs von Queen im Programm nicht fehlen: Mit „Radio Gaga“ und „Bohemian Rhapsody“ zeigt sich, dass Rockmusik und Chormusik gar nicht so weit auseinanderliegen. Auch eine überzeugende Chor-Adaption von „Verdamp lang her“ der Kölsch-Rocker von BAP findet großen Anklang beim Publikum. Eindrucksvoll spielt Petra Erdtmann nach der Pause die Querflöte: Sie schafft es zusammen mit Peter Götzmann am Schlagzeug, Gerald Sänger an der Gitarre, Barny Hoffmann am Bass und Keyboarder Peter Antony den unverwechselbaren Sound von Jethro Tull auf die Bühne zu zaubern. Die Zuschauer danken es mit Ovationen im Stehen. Alles in allem ein rundum gelungenes Konzert, mit dem die Sängerinnen und Sänger ohne Wenn und Aber an bisherige Erfolge anknüpfen können.

Der RockChor Speyer ist einer von drei Chören der Chorgemeinschaft Speyer e. V. (CGS). Gegründet wurde er 2010 und hatte seinen ersten Auftritt im April 2011. Die Chorsätze werden von Joe Völcker für den RockChor arrangiert. Die vierköpfige Rockband aus Profimusikern begleitet den Chor und bereitet ihm – ohne sich in den Vordergrund zu spielen – den Klangteppich, auf dem die 60 Sängerinnen und Sänger auf der Bühne die großen Hits der Rockgeschichte präsentieren.

Live: der RockChor Speyer unter Joe Völker.
Live: der RockChor Speyer unter Joe Völker.
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