Speyer Kombiniertes Schauspiel zum Üben

91-90224890.jpg

Wo ist der Qualm? Fünf Jungs gehen auf die Suche. Die Neugier treibt sie an, sie drücken sich die Nasen an der gläsernen Eingangstür zum neuen Schulgebäude in Harthausen platt. Das Piepsen der Rauchmelder hat sie aufgeschreckt. Wenige Minuten später sind Sirenen zu hören. Die Feuerwehrübung an der Karl-Hufnagel-Grundschule beginnt.

Wehrführer Frank Sammet ist froh, nach ein paar Jahren wieder die Möglichkeit zu haben, mit Kameraden aus Dudenhofen und Speyer das Zusammenspiel zu trainieren. Viertklässler sind als Zaungäste eingeladen. „Diesmal ist der Digitalfunk ein wichtiger Aspekt“, erklärt Sammet im RHEINPFALZ-Gespräch. Die Technik wurde neu eingeführt, und alle interessiert: Wie können die Wehren damit untereinander kommunizieren? Gleich zwei Szenarien hat Frank Sammet vorbereitet, denn die Grundschule eignet sich gut für ein „kombiniertes Schauspiel“. Im Altbau ist ein Handwerker ohnmächtig geworden und liegt nun auf dem Gebäudevorsprung. Durch den Bunsenbrenner in seiner Hand hat sich das Dach entzündet, dann das Gebäude. Einer Schulklasse im Obergeschoss ist der Weg durch das verrauchte Treppenhaus versperrt. Auch im Neubau sind Kinder in ihrem Saal gefangen. Ein Handwerker war an der Heizung zugange; auf einmal waberte Rauch durchs Haus. „Es muss vieles umgesetzt werden“, weist Sammet auf die Herausforderung für die Wehrleute hin. Es müssen ein Brand gelöscht, der Ohnmächtige in Sicherheit gebracht und Kinder gerettet werden. Entscheidungen der verantwortlichen Einsatzleiter sind maßgebend. In der Feuerwache von Dudenhofen sind alle 35 Aktiven nach Alarmierung per Funk in die Übung eingewiesen worden. Um 15.15 Uhr haben die ersten drei Fahrzeuge vor der Schule Position bezogen. Sammet, der einen Bauhof-Mitarbeiter mimt, berichtet einer Feuerwehrfrau von dem Vorfall im Neubau, ein Hausmeister einem anderen Kameraden über den im Altbau. Schauspielerische Leistungen sind gefragt. Eng wird’s für das Drehleiterfahrzeug, das auf den Hof rollen soll, an der Zufahrt. Die Spiegel müssen eingeklappt werden. Ein breiteres Tor wäre in dem Moment wünschenswert. Überall auf dem Gelände und auf der Straße davor tummeln sich Einsatzkräfte. Die einen rollen Schläuche am Altbau aus, die anderen bringen den Rettungsschlitten am Neubau in Stellung. Eine Viertelstunde später ist der Handwerker auf diesem transportbereit gemacht. Jede Menge Disko-Nebel hat Frank Sammet im Altbau versprühen lassen. Rein gar nichts ist zu sehen – ein Erlebnis für die Grundschüler, die sich das Geschehen von den Fachleuten erklären lassen. Kurz vor 16 Uhr haben sich Atemschutzträger in den Klassenraum des Neubaus vorgearbeitet. Aus dem Fenster werden die Schüler, dargestellt von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr, mit der Drehleiter einzeln hinunter auf den Schulhof geholt. Im Altbau wird noch geackert. Ein Hochleistungslüfter, der das Treppenhaus rauchfrei machen soll, ist schon in Stellung gebracht worden. Frank Sammet beobachtet das Vorgehen seiner Kameraden sehr genau. Die Manöverkritik folgt später im Detail. Der Wehrführer ist froh über jedes Übungsobjekt. „Uns ist wichtig, mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut zu werden“, sagt er. Im Falle der Grundschule hat das funktioniert.

x