Speyer Knörr folgt auf Heller
Der Rhein-Pfalz-Kreis hat einen neuen dritten ehrenamtlichen Beigeordneten: Der Kreistag hat Volker Knörr (CDU) gewählt. Der 41-Jährige aus Waldsee löst Konrad Heller (CDU) ab. Der 76-jährige Mutterstadter legt, wie berichtet, sein Amt nieder – aus Altersgründen und weil er mehr Zeit für die Familie haben will. Heller war für den Eigenbetrieb Abfallwirtschaft zuständig. Um den wird sich auch sein Nachfolger kümmern.
«Ludwigshafen.»Bei Hellers Verabschiedung wurde es dann schon ein bisschen emotional, verabschiedet sich der Mutterstadter am Ende des Monats doch komplett von der politischen Bühne. Ihm zu Ehren fand die Kreistagssitzung denn auch im Mutterstadter Palatinum statt. Dem Gremium gehörte Heller seit 1984 an. Seine Ausdauer wurde nicht nur von Landrat Clemens Körner gewürdigt, der vor allem „das Herzblut“ hervorhob, mit dem Heller sein Amt versehen habe. Alle Fraktionen (außer die AfD) fanden Dankesworte und wünschten Heller für die Zukunft alles Gute. Der zeigte sich gerührt, schloss seine Abschiedsrede aber mit einem Augenzwinkern: „Der Herrgott möge euch verzeihen, die mich über den grünen Klee gelobt haben, ganz besonders aber auch mir, der ich es gerne gehört habe.“ Der Mutterstadter fungierte von 1993 bis 1994 als dritter und anschließend bis 2007 als Erster Beigeordneter in seinem Heimatort. Das gleiche Amt – nur auf Kreisebene – nahm Heller im Spätjahr 2013 an. Er löste als Ehrenamtlicher den hauptamtlichen Ersten Kreisbeigeordneten Michael Elster ab, der im April desselben Jahres vom Kreistag abgewählt worden war. Heller hatte zunächst keinen fest umrissenen Aufgabenbereich, unterstützte den Landrat. Nach seiner Wiederwahl 2014 kümmerte er sich um den Eigenbetrieb Abfallwirtschaft. Das wird auch sein Nachfolger tun, diesen Beschlussvorschlag der Verwaltung haben die Kreistagsmitglieder gestern ebenfalls abgenickt. Ein Christdemokrat geht, ein Christdemokrat kommt: Die CDU schlug Volker Knörr aus Waldsee für das Amt des Beigeordneten vor. Gegenkandidaten gab es nicht, der Kreistag billigte den Vorschlag mehrheitlich: 34 von 44 Mitgliedern haben mit Ja gestimmt. Knörr war Handballer bei der TG Waldsee und ist Sitzungspräsident bei den Fasnachtern der KV Uno. Seit 2014 sitzt der verheiratete 41-jährige Vater von zwei Kindern im Kreistag und im Verbandsgemeinderat Rheinauen. Seit zehn Jahren gehört er dem Ortsgemeinderat Waldsee an. Seine Brötchen verdient er als Konrektor der Realschule plus in Oggersheim. Ein weiterer Tagesordnungspunkt war gestern die Ernennung Clemens Körners (CDU) zum Landrat – die Wahl war im März, die neue Amtszeit beginnt am 19. November. Es war der erste Tagesordnungspunkt und ist ein Akt, den die Regularien vorschreiben, denn im Amt ist der 58-Jährige ja schon seit 2009. Für einen Moment wurde es dabei festlich im Mutterstadter Palatinum. Der Erste Kreisbeigeordnete Bernhard Kukatzki (SPD), der Körner zum Landrat ernennen durfte, trug schon Jackett, Körner zog schnell eines drüber. Den offiziellen Worten folgten viele Glückwünsche. Der Tenor: Körner solle weitermachen wie bisher. Körner bedankte sich bei den Wählern und seiner Familie. Der Dudenhofener war bei der Landratswahl am 5. März gegen Elias Weinacht (Grüne) und German Bachert (AfD) angetreten. Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Körner bekam 68,9 Prozent der Wählerstimmen, Weinacht 20,7 Prozent und Bachert 10,4 Prozent.