Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Klosterschule will Zusammenarbeit mit Dommusik festschreiben

Einsatz: Markus Melchiori beim Auftritt mit den jüngsten Chören der Dommusik, darunter viele Klosterschüler.
Einsatz: Markus Melchiori beim Auftritt mit den jüngsten Chören der Dommusik, darunter viele Klosterschüler.

„Wir werden bekannter“, sagt Nina Unger über die Klosterschule St. Magdalena. Sie unterrichtet seit 2021 an der 2013 gegründeten Schule und hat in diesem Sommer die Leitung übernommen. Ein Ziel: die Kooperation mit der Dommusik Speyer vertiefen. Domkapellmeister Markus Melchiori sieht diese als „Alleinstellungsmerkmal“. Ein Vertrag dazu fehlt noch.

Als die private Grundschule vor gut einem Jahrzehnt entstand, hatte sie für den musikalischen Schwerpunkt, der zu ihrem Konzept gehört, mit der Dommusik gleich einen starken Partner an der Seite. Diese bringt sich in der Chorarbeit von Anfang ein, stellt auch eigene Dozenten und hat 2015 neue Räume bezogen, die an die Klosterschule angrenzen. „Der Schwerpunkt spielt Schulalltag eine große Rolle“, betont Markus Melchiori. Beide Seiten bekennen sich zur Kooperation und wollen diese nun schriftlich fixieren – das stehe noch aus. Das Domkapitel und das Magdalenenkloster als Schulträger seien dazu in Verhandlungen; Ergebnisse würden in den nächsten Monaten erwartet.

Änderungen in der Zusammenarbeit seien nicht geplant, sagen Schulleiterin Nina Unger wie auch Melchiori. Aus ihrer Sicht wird das niedergeschrieben, was gelebte Praxis ist. Auch die Familien, deren Kinder an die Schule kommen, kennen die Eckdaten und stimmen ihnen mit der Anmeldung zu: Zum fest im Stundenplan stehenden Schulchor kommt für Erstklässler eine verbindliche Chorprobe am Nachmittag. Bei Zweit- bis Viertklässlern sind es zwei. Bei den Ganztagsschülern – seit drei Jahren ist dieser Zweig nicht mehr verpflichtend, sondern optional – finden diese Proben innerhalb des Ganztagsangebots statt, ansonsten außerhalb.

Ziel: Spaß am Singen

Die Klostergrundschüler singen in den Vor- und Nachwuchschören der Dommusik, die auch für andere Kinder offen sind. Klosterschüler stellen laut Melchiori die Mehrzahl in den Ensembles. Bei der Anmeldung der Kinder ist für ihn das Entscheidende, dass sie Spaß am gemeinschaftlichen Singen haben. „Sie müssen nicht das Blaue von Himmel heruntersingen.“

Weitere musikalische Besonderheiten sind der Gesangsunterricht ab der zweiten Klasse sowie die Möglichkeit, innerhalb des Ganztagsangebots Instrumentalunterricht zu erhalten. „Die Eltern schätzen es, dass damit kurze Wege verbunden sind“, berichtet Unger. Außerhalb der Schule seien die Angebote für die Schüler noch nicht so bekannt, sagt Melchiori. In den Anmeldegesprächen würden sie aber zunehmend zu wichtigen Argumenten. Überhaupt sei inzwischen steigendes Interesse an der Klosterschule erkennbar: Hatte es zwischenzeitlich auch einzügige Jahrgänge gegeben, gibt es jetzt durchgehend zwei Parallelklassen. Zwölf Lehrer sind für 130 Kinder zuständig. Unger sagt, in der Zukunft sei ein weiterer Ausbau hin zur Dreizügigkeit möglich.

Ein Schulgeld gibt es nicht

Dass der Schulbetrieb ein Kraftakt ist, macht Hermann-Josef Bröerken, Geschäftsführer des Klosters, deutlich. Inzwischen unterrichteten nicht mehr so viele Ordensschwestern wie noch in den Anfangsjahren. Dennoch gelinge eine gute Refinanzierung der Kosten, für die zum Teil auch Eigenmittel der Ordensgemeinschaft aufgewendet würden. Der Großteil komme vom Land für die Vergütung der Lehrer. Ein Schulgeld gibt es nicht.

Direktorin Unger freut sich, dass alle pädagogischen Stellen besetzt sind ihr Start als Leiterin gelungen ist. Auch für das kommende Schuljahr gebe es schon viele Anmeldungen. Unger und Melchiori sind überzeugt, dass dazu die Chorarbeit beiträgt, zu der auch Außerschulisches wie Probenwochenenden oder Ausflüge gehöre: „Die Chorgemeinschaft ist das Besondere an unserer Schule.“

Durch historisches Portal zur Schule: Eingang im Hasenpfuhl.
Durch historisches Portal zur Schule: Eingang im Hasenpfuhl.
x