Speyer Kitakosten: Kritik an Prüfern

Ein Kita-Ausbau wird teurer, bei anderen Einrichtungen steigen die Personalkosten: Mit den jeweiligen Zuschüssen des Rhein-Pfalz-Kreises für die Einrichtungen hat sich gerade der Jugendhilfeausschuss befasst. Dabei wurden Einsparvorschläge des Landesrechnungshofs als unrealistisch kritisiert.
In der protestantischen Kita Gänseblümchen in Dannstadt-Schauernheim sollten ursprünglich für 316.000 Euro Gruppen- und Funktionsräume für eine neue Gruppe entstehen, die unter anderem sieben Kindern unter drei Jahren einen Betreuungsplatz bietet. Der Kreis wollte das mit 54.000 Euro bezuschussen. Nach Angaben der Kreisverwaltung muss jedoch brandschutzrechtlich nachgebessert werden, wodurch die Kosten auf fast 390.000 Euro und der Kreiszuschuss auf 60.000 Euro steigen. Der Jugendhilfeausschuss empfiehlt dem übergeordneten Kreisausschuss, diese Mehrausgaben zu genehmigen. Bereits beschlossen hat das Gremium hingegen Zuschüsse in Höhe von 15.000 Euro zu den Personalkosten, die für zusätzliche Erzieher anfallen. Davon fließen nach Hanhofen in die kommunale Kita Villa Sonnenburg. Dort soll bis zum 1. Januar 2018 die Anzahl der Ganztagsplätze um zehn auf 85 steigen. In allen drei Einrichtungen erhöht sich der Personalschlüssel um eine Viertel-Planstelle. In der katholischen Kita St. Angela in Rödersheim-Gronau wird es ab dem 1. Oktober 48 Ganztagsplätze und damit drei mehr geben als bisher. Zusätzliches Personal ist allerdings nicht nötig. Reinhard Burck (Grüne, Dudenhofen) merkte an, obwohl der Bedarf vorhanden sei, kritisiere der Landesrechnungshof unnötige Ausgaben und habe offenbar Einspar-Ideen. „Außer in Schifferstadt sind wir im Rhein-Pfalz-Kreis gut aufgestellt. Leerstehende Plätze gibt es in jeder Kita – allerdings immer nur vorübergehend.“, erklärte Thomas Baader, Leiter des Kreisjugendamts. An dieser Stelle nur mit befristeten Personalverträgen über drei oder vier Monate und/oder mit Reservelisten zu arbeiten, wie der Rechnungshof das zum Kosteneinsparen anrege, funktioniere nicht. „Wir sind froh, wenn wir Erzieherinnen unbefristet haben“, sagte der Jugendamtsleiter. Monika Berg (SPD, Schifferstadt) merkte an, der Rechnungshof rechne einfach Zahlen aus der Vergangenheit hoch. Das sei zwar einfach, aber hanebüchen. „Wer das macht, ist fern der Welt und hat keine Ahnung“, fand sie. Die Stadt Schifferstadt habe bereits mit einem Erzieherinnen-Pool experimentiert, funktioniert habe das nicht. „Führen noch andere Bundesländer die Beitragsfreiheit ein, werden wir mit dem Ausbilden von Erzieherinnen nicht hinterherkommen“, so Friederike Ebli (SPD, Hanhofen).