Speyer Kabarett: Masuths gute Pointen in Dudenhofen

Ein vielseitiges, überwiegend politisches Kabarett hat Uli Masuth am Donnerstagabend im Dudenhofener Bürgerhaus präsentiert. Sein Programm „Mein Leben als Ich“ ließ ein wenig den roten Faden vermissen, enthielt aber dennoch viele gute Pointen und ironische Momente.
Masuth beschäftigt sich mit wichtigen Fragen der Menschheit. Gleich zu Beginn erklärte er: „Ich werde Ihnen diese Fragen nicht beantworten können, aber ich kann sie ergänzen.“ Zwar drehte sich das etwa zweistündige Programm auch um den Wahlweimarer selbst, vor allem aber ging es um große weltpolitische Themen. Donald Trumps Frisur etwa sieht er nach seinen Worten als Zeichen für den Niedergang des amerikanischen Imperiums, denn Imperien seien immer dann zugrunde gegangen, wenn Perücken getragen wurden. Auch deutsche Politiker bekamen ihr Fett weg: Die „Merkeldämmerung“ sei noch immer nicht zu erkennen – in der Zwischenzeit habe der Hamburger Sportverein bereits 15 Trainer verschlissen. Masuth attestierte: „Mit der Demokratiebeharrlichkeit ist es vorbei“, wenn ein Herr namens Gauland einer Partei im Bundestag vorsitze. Auch Syrien, den Dieselskandal und den Fall Skripal durchleuchtete er humoristisch. Sozialverhalten und Partnerwahl bildeten ein Leitthema. Wenn Eltern heute „bessere Hütehunde“ seien und ein Tischgespräch unter Freunden nur mithilfe eines Katalogs unverfänglicher Gesprächsthemen möglich sei, stellt sich für Masuth die Frage nach Identität, nach deutscher Identität in Zeiten der Zuwanderung. Eine Antwort darauf hat er zwar nicht parat, dafür allerdings gleich zwei auf die Frage, woher die Angst vor Fremdem kommen könnte: einmal daher, dass jemand, der arm ist, einem etwas wegnehmen könnte. Dem kommt eine bittere Ironie bei, wenn ein Satz wie „Wer früher stirbt, ist kürzer arm“ die rund 60 Zuschauer zum Lachen bringt. Die zweite Antwort könnte auch ein Körnchen Wahrheit beinhalten: Einen Partner müsse man ebenso ins eigene Leben integrieren, ohne das Eigene aufzugeben. Mit Eigenkompositionen am Klavier rundete Masuth sein Kabarett ab.