Speyer RHEINPFALZ Plus Artikel Jugendchöre aus Übersee im Dom gefeiert

Himmlisches „Alleluia“: der Golden Gates Boys Choir unter der Leitung von Steven Meyer im Speyerer Kaiserdom. Dahinter sieht der
Himmlisches »Alleluia«: der Golden Gates Boys Choir unter der Leitung von Steven Meyer im Speyerer Kaiserdom. Dahinter sieht der Chor Canarinhos de Petrópolis seinem nächsten Einsatz entgegen.

Vor dem 45. Internationalen Pueri-Cantores-Festival gastieren der Golden Gate Boys Choir aus den USA und der brasilianische Knabenchor Canarinhos de Petrópolis in Speyer.

Bis zum 20. Juli werden beim Internationalen Pueri-Cantores-Festival in München 170 katholische Kinder- und Jugendchöre unter dem Motto „Cantate Domino – Vielstimmig für den Frieden“ miteinander singen. Einen ersten Eindruck von der Stimmung des Festivals nahmen die zahlreichen Besucher im Kaiser- und Mariendom mit nach Hause.

Bereits vor gut 20 Jahren war der Chor aus den USA in Schifferstadt. Die Speyerer Dommusik hat den Kinder- und Jugendchor in Rio de Janeiro 2017 besucht. Er sei seit Studienzeiten vor 32 Jahren mit Marco Aurélio Lischt, dem Chorleiter des Knabenchors aus Brasilien befreundet, berichtete Domkapellmeister Markus Melchiori dem Publikum von der langen Freundschaft über Kontinente hinweg. Neben Begegnung und Gastfreundschaft sei es das gemeinsame Erleben des Glaubens über Sprachgrenzen hinweg, das das Treffen deutscher mit internationalen Chören trage, unterstrich er.

Geistliche Kompositionen aus zwei Jahrhunderten

Zur Eröffnung ließen 25 Kinder und Jugendliche des Golden Gate Boys Choir unter der Leitung von Steven Meyer die Glocken erklingen. Ihr himmlisches „Alleluia“ erfüllte die Kathedrale mit Jubel.

Die Gastchöre präsentierten ausschließlich geistliche Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts. So wirkte Gabriel Faurés „Cantique de Jean Racine“, aufgeführt von Flöten, Cello und Glocken, wunderbar melodiös. Der Zusatz „Bellringers“, den der Golden Gate Boys Choir im Namen trägt, ist unverzichtbar. Den jungen Chormitgliedern gelingt es, Musik zum göttliche Glockenspiel zu erheben. Für das deutsche Volkslied „To Music“ begibt sich der Chorleiter an die Orgel. Auch ohne sein Dirigat kann er sich blind auf seinen Chor verlassen. Wie aus einem Guss erklingt Héctor Eliel Márquez’ „Et in terra pax“ aus den Mündern beider Gastchöre.

Vogel und Cello im Dialog

Mit ihrem „Ave Maria“ lassen die rund 40 Sänger des brasilianischen Knabenchors eines der meistaufgeführten geistlichen Werke ihres Landsmannes Heitor Villa-Lobos zu Wort kommen. Zahlreiche für den Knabenchor komponierte Stücke bereicherten das Programm der Canarinhos de Petrópolis. So erinnert „Fusarium em dois tempos“ an die Landschaften des Amazonas. Angereichert mit Gedichten von Manuel Bandeira begaben sich die Sänger auf die Spur der Legende des rosa Delfins, eine der bekanntesten Geschichten ihres Heimatlandes. Zu einem Konzert-Höhepunkt führte der brasilianische Knabenchor die Zuhörer schließlich mit einem eindrucksvollen Dialog zwischen einem Vogel und einem Cello. Aylton Excobars „Sabiá coracao de uma viola“ war hinreißend.

Am Ende versammelten sich beide Gastchöre in einer tollen Choreografie auf den Altartreppen. Gemeinsam jubilierten die Kinder und Jugendlichen „The day thou gavest Lord has ended“, den Lobgesang von Clement Cotterill Scholefield. Für das Begegnungskonzert im Dom spendete das begeisterte Publikum lang anhaltenden Beifall im Stehen. Zu Recht.

Der Chor Canarinhos de Petrópolis unter der Leitung von Marco Lischt bei einem seiner Auftritte im Speyerer Dom.
Der Chor Canarinhos de Petrópolis unter der Leitung von Marco Lischt bei einem seiner Auftritte im Speyerer Dom.
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