Speyer Irgendwas mit Rhein – oder doch Waldsee?

WALDSEE. Die Namenssuche für die Verbandsgemeinde Waldsee hat eine längere Vorgeschichte. Die Landesregierung hatte bei der Fusion der vier Gemeinden Altrip, Otterstadt, Neuhofen und Waldsee zur Verbandsgemeinde Waldsee im Sommer vergangenen Jahres beschlossen, dass die Verbandsgemeinde für ein Jahr den Namen „Verbandsgemeinde Waldsee“ führen soll. Danach werde der endgültige Name festgelegt. Die letzte Entscheidung darüber trifft das Land, der Verbandsgemeinderat kann jedoch einen Vorschlag machen. Da sich die Ratsmitglieder nicht auf einen Namen einigen konnten, haben sie vorgeschlagen, die Bürger zu befragen. Das war 2011/12 schon einmal der Fall: Damals wurden nur die Bürger aus Waldsee, Otterstadt und Altrip um Namensvorschläge gebeten. 195 Bürger haben insgesamt 281 verschiedene Namen vorgeschlagen, einige davon waren wohl eher spaßig gemeint. Nach Auswertung des Umfrageergebnisses wollten die Ortsgemeinderäte Altrip und Otterstadt den Namen „Rheinauen“, der mehrfach in der Umfrage genannt wurde. Orts- und Verbandsgemeinderat Waldsee plädierten für „Waldsee“ oder „Waldsee-Altrip“. Zur Erinnerung: Neuhofen plante damals noch, mit Limburgerhof eine Einheitsgemeinde zu bilden. Als klar war, dass Neuhofen auch ein Teil der neuen Verbandsgemeinde wird, fand auch dort eine Bürgerbefragung statt. 83 Teilnehmer reichten 31 verschiedene Vorschläge ein. Einen Beschluss über einen Favoriten fasste der Ortsgemeinderat Neuhofen damals aber nicht. Im Ausschuss des neuen Groß-Verbandsgemeinderates Waldsee wurde dann im vergangenen Jahr beschlossen, eine Agentur einzuschalten. Ein Ratsmitglied hatte das vorgeschlagen, es ging darum, neue Ideen zu finden. Für diese fränkische Agentur wurden 500 Euro bezahlt. Allerdings: Keiner der Vorschläge konnte die Ratsmitglieder überzeugen – hier eine Auswahl der Ideen: Vieringen, Vierstadt, Rheinvieringen, Pfalzingen, Neupfalzingen, Rhein-Schöningen, Linksrheiningen, Rheinviereck, Rheindreieck, Grüneck, Groß-Schön, Schönleben, Glücksheim oder Lebenswerth. Das weitere Vorgehen sieht nun so aus: Der Verbandsgemeinderat hat vier Namen zur Auswahl vorgegeben. Diese sind Rheinauen, Rheinbogen, Rheintal und Waldsee. Alle Einwohner der Verbandsgemeinde, die 16 Jahre und älter sind, dürfen daran teilnehmen. Von kommender Woche an bis zum 24. April wird im Amtsblatt ein Aufruf zur Stimmabgabe erscheinen. Dort wird es auch einen Vordruck mit den Namensvorschlägen geben. Teilnehmer an der Umfrage müssen ihren Namen und Adresse angeben und den Wahlzettel unterschreiben. Auch per E-Mail kann abgestimmt werden. Die Adresse für die Ideen ist: namensvorschlag@vg-waldsee.de. Auch hier muss der Absender seinen Namen und Adresse nennen. Altrips Ortsbürgermeister Jürgen Jacob (VG-FWG) schlug bei der Verbandsgemeinderatssitzung am Donnerstag vor, den Wahlberechtigten eine Wahlbenachrichtigung zukommen zu lassen. Das koste einige Tausend Euro, entgegnete Büroleiter Detlef Schneider. Außerdem sei durch die Möglichkeit, per E-Mail mitzumachen, das Angebot schon niederschwellig genug. Friedrich Reyher (CDU) stellte klar, dass es ja keine echte Wahl sei, sondern nur eine Meinungsbefragung, da die Ratsmitglieder nicht an das Ergebnis der Umfrage gebunden seien. „Man kann alles treiben und übertreiben. Wenn ich der Richter wäre, dann wär’ es schon entschieden. Ich würde mich ans Gesetz halten“, sagte Bürgermeister Otto Reiland (CDU), der keinen Hehl daraus machte, dass er den Namen „Waldsee“ für am sinnvollsten hält. Im Fusionsgesetz sei festgelegt, dass eine Verbandsgemeinde den Namen des Ortes führt, in dem die Verwaltung ihren Sitz hat – solange es nicht anders festgelegt wird. (krx)