Dudenhofen
Interview: Bundesliga-Fußballerin Jule Brand
Elf Bundesligaspiele, zwei Tore, sind Sie zufrieden mit Ihrer Ausbeute?
Ich habe mich natürlich sehr über die Tore gefreut. Für mich ist aber entscheidend, dass ich in jedem Spiel meinen Beitrag für den Erfolg leisten kann.
Inwieweit sind Sie überrascht, welch gute Rolle Sie schon in Ihrer ersten Bundesliga-Saison spielen?
Ich freue mich sehr darüber und bin total glücklich.
Beim FC Speyer 09 haben Sie in der B-Juniorinnen-Bundesliga gespielt. Welche Unterschiede stellen Sie im Vergleich zur Frauen-Bundesliga fest?
Der Schritt ist auf jeden Fall extrem groß, körperlich, technisch und vom Tempo. Ich bin froh, dass ich den Zwischenschritt über die Hoffenheimer U20 in der Zweiten Bundesliga machen konnte. Das hat Sinn gemacht.
Welche Unterschiede machen sich sonst zwischen dem FC 09 und der TSG bemerkbar?
Ich habe hier natürlich mehr Trainingseinheiten als in Speyer. Die Möglichkeiten sind selbstverständlich anders hier. Zwei- bis dreimal die Woche können wir den Footbonaut nutzen, wenn er frei ist.
Ihr Bruder Felix, heute Spieler vom FC Astoria Walldorf, war auch in Hoffenheim. Hat er Ihnen damals zum Wechsel geraten?
Die Entscheidung lag immer bei mir. Aber klar, Felix hat mir natürlich von den Möglichkeiten in Hoffenheim erzählt. Aber er hat mich jetzt nicht irgendwie beeinflusst.
Sie spielen Bundesliga und machen gerade Abitur. Wie funktioniert das?
Es ist schon sehr stressig. Hoffenheim arbeitet aber mit Anpfiff ins Leben zusammen. So gibt es viele Möglichkeiten der Unterstützung. Ich fahre auch manchmal von der Schule direkt ins Training. Durch die Abiturvorbereitungen lerne ich meistens abends und in meinen Freistunden.
Sie sind Junioren-Nationalspielerin. Hat die Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg schon angeklopft?
Nein, hat sie noch nicht. Ich rechne jetzt auch nicht damit, aber klar würde ich mich darüber freuen. Ich denke, das ist von jeder Spielerin ein Traum. Da mache ich mir aber keinen Stress.
Inwieweit werden Sie von der Corona-Pandemie eingeschränkt?
Wir tragen im Förderzentrum Masken und halten uns natürlich streng an die Hygiene-Richtlinien. Zweimal die Woche absolvieren wir einen Corona-Test. Am Anfang waren wir sehr nachdenklich, was die Fortsetzung des Spielbetriebs angeht. Wir sind aber dankbar, dass uns das ermöglicht wurde.
Zur Person
Jule Brand ist 18 Jahre alt und spielt in der Frauen-Bundesliga bei der TSG Hoffenheim. Sie wohnt in Dudenhofen und begann hier auch mit dem Fußball spielen. Nach ihrer Zeit beim JFV Ganerb und dem FC Speyer 09 wechselte Brand zur TSG. Dort spielte sie sich über die zweite Mannschaft diese Saison ins Bundesliga-Team.
Brand ist U-Nationalspielerin und Europameisterin der Unter-17-Jährigen. Ihr Lieblingsverein ist Manchester United. Sie macht gerade ihr Abitur am Nikolaus-von-Weis-Gymnasium in Speyer und belegt Biologie, Mathe und Sozialkunde als Leistungskurse. Konkrete Planungen für die Zeit nach dem Abitur hat sie bisher noch nicht.
Zur Sache: Footbonaut
Der Footbonaut ist ein Fußballroboter, der die schnelle Ballverarbeitung sowie die Handlungsschnelligkeit schulen soll. Mehrere Ballmaschinen befinden sich um den zentral positionierten Spieler auf dem Kunstrasen. Es gibt über 60 Zielfelder in allen Richtungen, in welche die Spieler den Ball so schnell wie möglich befördern müssen.
Wo der Ball herkommt und wo er hin soll, wird dem Spieler über ein akustisches oder visuelles Signal mitgeteilt. In Deutschland gibt es das nur bei Borussia Dortmund und in Hoffenheim, Kosten: weit über eine Million Euro.